Bundespolizei verstärkt Grenzkontrollen in NRW – Unsichtbare Präsenz im Fokus
Die Bundespolizei in Nordrhein-Westfalen hat als Reaktion auf die jüngst angekündigten, verschärften Kontrollen an den deutschen Außengrenzen ihre Einsatzkräfte aufgestockt. Dies betrifft insbesondere die Grenzen zu den Niederlanden und Belgien. Ein Sprecher bestätigte, dass diese Maßnahme auf einer Weisung des Bundesinnenministeriums beruht, die bereits am Mittwoch herausgegeben wurde.
Alexander Dobrindt, der neue Bundesinnenminister, hat bekräftigt, dass die Kontrollen an den Grenzen strenger durchgeführt werden sollen. Ein zentrales Element dieser Verschärfung ist die Möglichkeit, Asylsuchende direkt an der Grenze abzuweisen, sofern diese bereits in anderen EU-Staaten Asylanträge gestellt haben. Ausgenommen von dieser Maßnahme sind jedoch besonders schutzbedürftige Gruppen wie Schwangere und Kinder.
Ob sich in den letzten Stunden bereits Fälle solcher Zurückweisungen ereignet haben, wollte der Sprecher der Bundespolizei nicht kommentieren. Ein nächtlicher Augenschein eines dpa-Reporters an der Grenze zu den Niederlanden ließ keine erhöhte Kontrollaktivität erkennen, und auch der WDR berichtete von ähnlichen Eindrücken an der belgischen Grenze. Die Bundespolizei verfolgt jedoch ein mobiles Einsatzkonzept im 30-Kilometer-Grenzraum. Ziel dieser Taktik ist es, das Überraschungsmoment zu bewahren: „Wenn Sie uns nicht sehen, ist das gut, denn dann sehen uns auch die nicht, die wir kontrollieren wollen,“ erklärte der Sprecher.
Über die genaue Anzahl der im Einsatz befindlichen Beamten wurden keine Details veröffentlicht. Die mobile Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizei in NRW umfasst derzeit 180 Einsatzkräfte. Bei Bedarf können zudem zusätzliche Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen werden, um die Effizienz der Kontrollen zu sichern.

