Bundeskanzler Merz fordert Rückkehr syrischer Flüchtlinge für den Wiederaufbau
Rückkehr und Wiederaufbau im Fokus
In einem eindringlichen Appell hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an die syrischen Flüchtlinge in Deutschland appelliert, ihre Heimat zu verlassen und aktiv am Wiederaufbau des stark zerstörten Landes mitzuwirken. Merz äußerte sich während eines Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin und betonte, dass perspektivisch 80 Prozent der rund eine Million Syrer, die während des Assad-Regimes in Deutschland Zuflucht fanden, in den kommenden drei Jahren zurückkehren sollten.
Merz hob hervor, dass die Mehrheit der syrischen Bevölkerung den Wunsch hege, in ihr Heimatland zurückzukehren, um dort ein sicheres, freies und würdevolles Leben zu führen. "Diese Menschen (...) sind Ihnen willkommen", richtete er sich direkt an al-Scharaa und würdigte dessen Botschaft als entscheidend für die zukünftige Zusammenarbeit.
Politische Stabilität als Grundpfeiler
Die Schaffung politischer Stabilität und wirtschaftlichen Wachstums in Syrien seien essenziell für den Erfolg des Wiederaufbaus. Merz betonte, dass insbesondere diejenigen, die mit neuen Erfahrungen und Ideen aus ihren Jahren im Ausland zurückkehren, maßgeblich zu diesem Prozess beitragen sollten.
Besonders wichtig ist dem Kanzler, dass straffällig gewordene Syrer vorrangig in ihr Heimatland zurückgeführt werden. Merz bat al-Scharaa, sich um diese Gruppe zu kümmern, während gut integrierte Syrer, die in Deutschland bleiben möchten, die Möglichkeit dazu erhalten sollen.
Unterstützung für den Wiederaufbau
Der Wiederaufbau von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Unternehmen in Syrien wird als enorme Herausforderung wahrgenommen. Merz kündigte die Einsetzung einer Taskforce an, die zeitnah ihre Arbeit aufnehmen soll, um den Wiederaufbau zu unterstützen.
Für die Stabilisierung Syriens stellt Deutschland in diesem Jahr über 200 Millionen Euro bereit. Zudem soll ein attraktives Investitionsklima für deutsche Unternehmen geschaffen werden, was durch entsprechende Reformen, Rechtssicherheit und den Aufbau einer funktionierenden Verwaltung in Syrien geschehen soll.
Ausblick auf eine gemeinsame Zukunft
Merz versicherte, dass Deutschland auf die Unterstützung des syrischen Volkes auf dem Weg in eine positive Zukunft zählen kann. Er ermutigte al-Scharaa, ein inklusives neues Syrien zu schaffen, in dem Raum für alle Menschen unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht besteht. "Gewalt gegen Minderheiten und Andersdenkende muss der Vergangenheit angehören", schloss Merz seine Ansprache und unterstrich damit die Notwendigkeit für eine gesellschaftliche Transformation in Syrien.

