Bund-Future stabilisiert sich nach Verlusten – Blick auf Zentralbanken gerichtet
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich, nach erheblichen Verlusten am Vortag, stabilisiert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte mit einer geringen Veränderung bei 127,49 Punkten. Gleichzeitig fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe leicht auf 2,85 Prozent.
Spannung erzeugte zuletzt die Aussage von Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, die eine mögliche Zinserhöhung in Aussicht stellte. Am Geldmarkt wird nun erstmals seit langer Zeit eine Zinsanhebung im Herbst nächsten Jahres in Erwägung gezogen, so berichten Experten der Dekabank.
Im Fokus der Märkte steht ebenfalls die US-Notenbank Fed. Erwartet wird, dass sie diesen Mittwoch zum dritten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen senkt. Notenbankchef Jerome Powell könnte allerdings die Aussicht auf weniger Zinssenkungen im kommenden Jahr dämpfen. Diese veränderte Erwartung wird durch unerwartet positive Arbeitsmarktdaten gestützt, die im Oktober einen Anstieg der offenen Stellen zeigten – entgegen der Prognose eines Rückgangs. Bislang hatte die Fed ihre Zinssenkungen mit Schwächen am Arbeitsmarkt begründet.
Derweil hatten aktuelle Zahlen zum deutschen Außenhandel wenig Einfluss auf den Anleihemarkt. Die Exporte stiegen im Oktober nur minimal, während die Importe zurückgingen. Michael Herzum von Union Investment äußerte, dass der Außenhandel als positiver Konjunkturtreiber weiterhin zu schwach ist. Deutsche Exporteure kämpfen mit den Auswirkungen höherer US-Zölle, dem Wettbewerb aus China und einem starken Euro, der die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten beeinträchtigt.

