Bürokratiekosten belasten weiterhin deutsche Unternehmen
In Deutschland sind die Bürokratiekosten für Unternehmen infolge von Berichtspflichten laut dem Statistischen Bundesamt zwar gesunken, jedoch betragen sie immer noch erhebliche 62,5 Milliarden Euro jährlich. Ein Jahr zuvor wurden diese mit 66,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Zahl der Informationspflichten sank leicht von 12.390 im Januar 2025 auf 12.364. Diese Daten wurden vom Bündnis Sahra Wagenknecht abgefragt.
Informationspflichten umfassen laut dem Statistischen Bundesamt Anforderungen an Unternehmen, Daten oder sonstige Informationen infolge bundesrechtlicher Regelungen zu beschaffen, zu übermitteln oder verfügbar zu halten. Beispiele hierfür sind Berichte über Umweltauswirkungen oder Informationen zum Arbeitsschutz. Die entstehenden Kosten resultieren unter anderem aus dem Zeitaufwand der Beschäftigten, die für das Erfassen dieser Informationen aufgewendet wird. Die genannten Kosten stellen jährliche Hochrechnungen basierend auf geltenden Regelungen dar.
Trotz Bemühungen der schwarz-roten Koalition, die Bürokratiekosten zu reduzieren und die Berichtspflichten für Unternehmen zu entschärfen, räumte Bundeskanzler Friedrich Merz zu Beginn des Jahres ein, dass diese Last weiterhin zu hoch sei. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht bezeichnete die Summe von 62,5 Milliarden Euro als "Konjunkturkiller" und kritisierte, dass der Bürokratie-Dschungel trotz gegebener Versprechungen der Bundesregierung noch nicht gelichtet sei. Während sie notwendige Regelungen zum Mindestlohn und zu Arbeitszeiten anerkennt, sieht sie viele Auflagen als wenig nützlich an und fordert einen drastischen Abbau unnötiger Bürokratie.

