Bürgergeld: Nullrunde erwartet - Finanzminister Lindner kritisiert überproportionale Erhöhung
Im kommenden Jahr wird es beim Bürgergeld voraussichtlich zu einer Nullrunde kommen. Finanzminister Christian Lindner äußerte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" seine Erwartung, dass die überproportionale Erhöhung des Regelsatzes vom 1. Januar dieses Jahres wieder ausgeglichen werden muss. Laut Lindner sei der Regelsatz übermäßig gestiegen, da die ursprünglichen Berechnungen von einer anderen Inflationsrate für Januar 2024 ausgingen.
Zum Jahresbeginn 2025 könnte es somit zu keiner weiteren Erhöhung des Bürgergeldes kommen. Im Vergleich zum Vorjahr war der Regelsatz im Schnitt um etwa zwölf Prozent gestiegen. Alleinstehende erhielten fortan 563 Euro im Monat statt der bisherigen 61 Euro. Für Paare liegt der Betrag bei 506 Euro. Kinder und Jugendliche erhalten je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro.
Die Erhöhung des Bürgergeldes basiert auf den gestiegenen Lebenshaltungskosten, die bei der Berechnung der Regelsätze berücksichtigt werden. Jährlich wird der Regelsatz an die Preis- und Lohnentwicklung sowie die Inflation angepasst.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wies im "Spiegel" ebenfalls auf diesen Zusammenhang hin. Die deutliche Erhöhung des Bürgergeldes im vergangenen Jahr sei durch starke Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Strom bedingt gewesen. Heil betonte jedoch auch, dass bei sinkender Inflation die nächste Anpassung entsprechend niedrig ausfallen werde. Die Daten dafür werde das Statistische Bundesamt im Sommer liefern.
Angesichts der Diskussion über die Erhöhung des Bürgergeldes hat Finanzminister Lindner eine Überprüfung der Berechnungsmethode gefordert. Dadurch sollen mögliche Überschätzungen der Inflation vermieden werden. (eulerpool-AFX)

