Buchrezension: Hans Hentschel: Der Tod der alten Dame. Gibt es Hoffnung für Mutter Kirche?
Wenn man ehrlich ist, ist klar: Mutter Kirche liegt im Sterben. Oder zumindest befindet sie sich in der Vollzeitpflege eines Seniorenheims. Ihr Ansehen hat gelitten, die Mitgliederzahlen sinken und viele Gebäude stehen leer.

27. Juni 2025, 09:46 Uhr · Quelle: LifePR
Hans Hentschel analysiert in seinem Buch "Der Tod der alten Dame" den Niedergang der Kirche und dessen Ursachen, beleuchtet mögliche Heilungsansätze und betont die Notwendigkeit einer modernisierten Verkündigung. Während er Humor und Leidenschaft einbringt, bleibt die Umsetzung seiner Lösungen für viele Geistliche fragwürdig.

Ostfildern, 27.06.2025 (lifePR) - .
Buchrezension

Hans Hentschel:Der Tod der alten Dame. Gibt es Hoffnung für Mutter Kirche?

Claudius Verlag, München
160 Seiten
Gebunden: 20,00 Euro
E-Book: 16,99 Euro
ISBN-10: 3532629011
ISBN-13:978-3532629017

Wenn man ehrlich ist, ist klar: Mutter Kirche liegt im Sterben. Oder zumindest befindet sie sich in der Vollzeitpflege eines Seniorenheims. Ihr Ansehen hat gelitten, die Mitgliederzahlen sinken und viele Gebäude stehen leer.

Hans Hentschel, pensionierter evangelischer Pastor und Superintendent, schrieb ein Buch über den Zustand der Kirche. Er nutzt dabei das Bild der alten kranken Dame, die durch den krankheitserregenden Keim der Säkularisierung in eine ernsthafte Lebenskrise geraten ist. Die Situation sei unschön, ja sogar lebensgefährlich. Es nütze nichts, die Augen davor zu verschließen, der Bedeutungsverlust sei nicht zu verleugnen. Die Emanzipationsbewegung der Gesellschaft, die sich von überkommenen Traditionen lösen will, mache ihr schwer zu schaffen. Dabei sei die Kirche auch ein Stück weit selbst schuld an ihrem Schicksal.

Die Machtbesessenheit, Prunksucht und die regulatorische Verkrustung in der Vergangenheit hätten nicht dazu beigetragen, das Evangelium von Jesus Christus angemessen zu repräsentieren. Es fehle zunehmend an Aktualität, Freude und Fantasie in der Verkündigung. Leichtigkeit statt Sündenschwere. „Mission sollte vielmehr als Bildungsangebot und Bildungsprozess verstanden werden“ (S. 75) und neben dem Glauben das Verstehen betonen. Beten, Handeln, Bekennen und Feiern seien nach Luther die Hauptstücke des Glaubens und hätten auch heute noch Kraft und Relevanz.

Zum Buch

In drei Teilen schreibt der Theologe auf gut 150 Seiten über den (Gesundheits-)zustand, die Diagnose und die Heilungsmöglichkeiten seiner Kirche. Dabei bezieht er die katholische Kirche und die Freikirchen gleich pauschal mit ein. Die Ökumene wird unter anderem als Medizin gehandelt (S. 89). Immer wieder bemüht sich der Autor um das Sowohl-als-Auch und versucht, nicht einseitig die Problematik aufzulösen und Schuldige zu finden. Für das mangelnde Interesse am geistlichen Angebot ist also nicht nur der moderne Mensch verantwortlich, sondern es sind auch die „Funktionäre“ der Kirche.

Ergo: Die „Produktwerbung“ und das „Programmangebot“ müssten besser werden und sich in Richtung „Theotainment“ weiterentwickeln mit dem Slogan „belonging before believing“ (S. 113). Eine gute Show sei obligatorisch. Unterhaltung und Evangelium würden sich grundsätzlich nicht widersprechen. Jesus und die Propheten hätten schließlich auch Wunder zur Glaubensstärkung des Volkes gewirkt. Also ein bisschen mehr Popcorn bitte und mehr Action, „heiligt dieses Mittel ganz gewiss den Zweck“ (S. 122).

Zum Punkt

Unterhaltsam, kurzweilig und humorvoll schildert Hentschel den Kirchenalltag. Man spürt ihm seine Liebe zur Kirche ab. Dabei werden immer wieder kurze Interviews von Menschen eingeschoben, die eine irgendwie geartete Kirchenerfahrung gemacht haben. Positiv wie negativ, existentiell und beiläufig. Das Buch will zwar ökumenisch auftreten und betont die Einheit der Gläubigen, ist aber zu wenig differenziert, was die Unterschiede der Konfessionen angeht. Eindeutig aus der protestantischen Perspektive geschrieben, müssen sich demzufolge andere Christen nicht unbedingt angesprochen fühlen, auch wenn manche Problemkreise sich ähneln.

Das Problem der Kirchenferne wird voll erfasst und ernsthaft umrissen. Allerdings fällt es schwer, die vorgestellten Lösungen aus der Krise ebenso ernst zu nehmen. Religiöse Langeweile und Desinteresse sind eben keine immer bewusst empfundenen existenziellen Krisen, und nicht jeder Geistliche vermag sich in die Rolle des Unterhalters zu versetzen und darin neuen Sinn zu sehen. Der Clown am Totenbett der Kirche kann eben auch nichts mehr tun, um das Leben der alten Dame zu verlängern. Alles hat seine Zeit, wie im alttestamentlichen Buch Prediger schicksalhaft ausgedrückt wird. Vielleicht wäre es würdiger, den Tod als unausweichlich zu akzeptieren und das geistliche Erbe den Nachfahren anzuvertrauen. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Manchen fällt es zudem leichter, an eine Auferstehung zu glauben als an eine spontane Rekonvaleszenz der alten Dame.

Die Rezension kann unter diesem Shortlink als Dokument heruntergeladen werden:https://tinyurl.com/ypx6n5ff

Medien & Kommunikation
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