BTC ATH in Reichweite: Glassnode kartiert Unterstützung, warnt vor unterbewerteter Volatilität
Bitcoin (BTC) steht erneut an der Schwelle zu seinem Allzeithoch (ATH) und handelt am frühen Mittwochmorgen um 109.500$, nur 2 % von seinem vor fast drei Wochen erreichten Höchststand von 111.800$ entfernt.
Doch unter der Oberfläche dieses Aufwärtstrends liegt ein Markt, der durch komprimierte Volatilität, Gewinnmitnahmen von Langzeithaltern und eine zunehmende Divergenz zwischen Terminmarkt- und On-Chain-Sentiment gekennzeichnet ist.
Langzeithalter nehmen Gewinne mit, aber das Angebot bleibt zäh
Der neueste Week On-Chain-Bericht von Glassnode beschreibt, wie sich BTC von einem lokalen Tief von 100.400$ erholte, wo die Nachfrage nach einem kurzen, aber starken Rückgang von 9 % wieder auflebte.
Laut der Analyseplattform erschütterte dieser Rückgang das Vertrauen der Investoren, wobei der Fear and Greed Index vorübergehend in den „Fear“-Bereich eintrat. Die fehlende Massen-Panikverkäufe, bei denen nur Verluste in Höhe von 200 Millionen$ realisiert wurden, zeigten jedoch, dass die Kapitulation auf die neuesten und spekulativsten Marktteilnehmer beschränkt blieb.
Trotz der Widerstandsfähigkeit warnte Glassnode vor verstärkten Gewinnmitnahmen unter den Langzeithaltern (LTHs). Diese Gruppe verzeichnete Spitzengewinne von 930 Millionen$ pro Tag in realisierten Gewinnen, ein Niveau, das historisch mit überhitzten Märkten assoziiert wird.
Interessanterweise scheint dieser Zyklus die Tradition zu brechen: Trotz der Gewinnmitnahmen hat sich der Anteil des Bitcoin-Reichtums, der von LTHs gehalten wird, erhöht. Der Bericht führte diese „einzigartige Marktdynamik“ auf intensive „Reife- und Akkumulationsdrücke“ zurück, die den Verkauf überwältigen.
Ein Haupttreiber scheinen die Spot-Bitcoin-ETFs und die institutionelle Beteiligung zu sein, die das Angebot effektiv in langfristiger Verwahrung halten und den LTH-Reichtum „signifikant zäher“ machen.
Tatsächlich verzeichneten am Montag allein sechs von elf US-Spot-Bitcoin-ETFs Zuflüsse in Höhe von 386,2 Millionen$. Diese Signale spiegeln sich auch in den jüngsten Daten von CryptoQuant wider, die bestätigten, dass US-Käufer ihre Dominanz erneut behaupten, wobei der Coinbase Premium-Index ein Drei-Monats-Hoch erreichte und das 90-Tage-Kumulative-Volumen-Delta (CVD) zum ersten Mal seit vier Monaten grün wurde.
Kritische Niveaus für den weiteren Weg
Mit Blick auf die Märkte hat BTC zum Zeitpunkt dieses Schreibens in den letzten 24 Stunden einen nahezu unbedeutenden Anstieg von 0,1 % verzeichnet. In den vergangenen sieben Tagen betrugen die Gewinne 3,8 %, und die Anlage ist im Monat um 5,3 % gestiegen. Das tägliche Handelsvolumen liegt bei 34 Milliarden$, mit einem im Umlauf befindlichen Angebot von fast 19,9 Millionen BTC.
Da Bitcoin knapp unter seinem ATH steht, machte der Glassnode-Bericht deutlich, dass folgende technische und On-Chain-Niveaus entscheidend sind:
- Downside Support: Die 97.600$ Short-Term Holders (STH) Kostenbasis ist der kritische Boden. Ein Halten darüber wird eine bullische Struktur aufrechterhalten. Ein Bruch darunter birgt jedoch das Risiko einer Änderung der Stimmung. Darüber hinaus liegt starke Unterstützung bei etwa dem 111 DMA (92.900$) und dem 200 DMA (95.400$).
- Upside Resistance: Das Durchbrechen des ATH bei 111.814$ ist das erste Hindernis. Darüber hinaus liegt die nächste große On-Chain-Widerstandszone bei 115.400$. Zudem deutet das spärliche On-Chain-Volumen über den aktuellen Preisen darauf hin, dass eine potenzielle „Luftlücke“ besteht, und wenn die Nachfrage stark genug ist, könnte ein schneller Anstieg erfolgen, sobald das ATH überschritten ist.
Allerdings bleibt die Volatilität ein unvorhersehbarer Faktor, wobei Glassnode vor einem dichten Cluster von Münzen warnt, die nahe dem aktuellen Preis erworben wurden und potenziell die Reaktionen auf Bewegungen verstärken könnten, auch wenn die Optionsmärkte seltsam ruhig bleiben. Die am Geld liegende implizite Volatilität (ATM IV) hat diese aufkommenden Spannungen noch nicht widerspiegelt und signalisiert möglicherweise unterbewertetes Risiko.

