BSI-TR-03109: Technische Vorgaben für intelligente Messsysteme und deren sicherer Betrieb
Warum die TR-03109 so wichtig ist

Bad Lippspringe, 03.11.2025 (PresseBox) - Die Digitalisierung der Energiewende bringt neue Chancen – aber auch klare Anforderungen. Ein zentraler Baustein für den sicheren Betrieb intelligenter Messsysteme (iMSys) in Deutschland sind die Vorgaben desBundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Mit derTechnischen Richtlinie BSI-TR-03109werden verbindliche Standards für Smart Meter Gateways, Steuerboxen und die gesamte Infrastruktur definiert.
Doch was steckt genau hinter dieser Richtlinie – und warum ist sie für Netzbetreiber, Stadtwerke und Messstellenbetreiber von so großer Bedeutung?
Was ist die BSI-TR-03109?
DieBSI-TR-03109ist die maßgebliche technische Richtlinie für den Betrieb intelligenter Messsysteme in Deutschland. Sie legt dieSicherheits-, Funktions- und Kommunikationsanforderungenfür alle Komponenten der Smart-Meter-Infrastruktur fest:
- Smart Meter Gateways (SMGW)
- Messsysteme (iMSys)
- CLS-Schnittstellen(Controllable Local Systems)
- Steuerboxen
Backend-Systeme (z. B. Gateway-Administration, EMS, Netzleitsysteme)
Aufbau und Module der TR-03109
Die Richtlinie gliedert sich in verschiedene Teile (Stand 2024/2025):
- Teil 1:Allgemeine Anforderungen (Sicherheit, Architektur, Rollenmodelle)
- Teil 2:Smart Meter Gateways – Funktionen, Zertifizierung, IT-Sicherheit
- Teil 3:Kommunikation (WAN, HAN, LMN)
- Teil 4:Schutzprofile und Sicherheitsanforderungen
- Teil 5:Steuerboxen und CLS-Schnittstelle (neu und besonders relevant für §14a EnWG)
- Teil 6:Marktkommunikation und Interoperabilität
Für die Energiewirtschaft ist die Richtlinie kein „nice to have“, sondernPflicht:
IT-Sicherheit auf höchstem Niveau
- Verschlüsselung, Authentifizierung und sichere Protokolle sind zwingend vorgeschrieben
- BSI-Zertifizierungen garantieren Schutz vor Manipulation und Cyberangriffen
- Nur TR-03109-konforme Geräte dürfen eingebaut und betrieben werden
- Verstöße können regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen.
- Einheitliche Vorgaben stellen sicher, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller reibungslos zusammenspielen.
- MitTR-03109-5sind erstmals auch Steuerboxen als Pflichtbestandteil definiert – eine Schlüsselrolle für §14a EnWG und das netzdienliche Lastmanagement.
Mit der TR-03109 werden nicht nur Pflichten geschaffen, sondern auch neueMöglichkeiten für innovative Geschäftsmodelle:
- Netzdienliches Steuern von Verbrauchern (Wärmepumpen, Wallboxen, Speicher)
- Flexibilitätsprodukte und dynamische Tarife
- Mehr Transparenz über Netzlast und Energienutzung
- Zukunftssicherheitdurch europaweit anerkannte Sicherheitsstandards
Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber bedeutet die Richtlinie konkret:
- Bestandsaufnahme: Welche eingesetzten Systeme erfüllen bereits TR-03109?
- Planung: Welche Upgrades, Gateways oder Steuerboxen müssen nachgerüstet werden.
- Prozessintegration: Einbindung der Vorgaben in Rollout, Geräteprozesse und Dokumentation.
- Softwareunterstützung:Digitale Plattformen helfen, Zertifizierungen, Einbau und Betrieb nach TR-03109 medienbruchfrei umzusetzen.
DieBSI-TR-03109ist dietechnische Basis für den sicheren Betrieb intelligenter Messsysteme in Deutschland. Für Netzbetreiber, Stadtwerke und Messstellenbetreiber ist sie nicht nur eine regulatorische Pflicht, sondern auch ein strategischer Hebel: Wer die Vorgaben frühzeitig und effizient umsetzt, schafft sich Sicherheit, Prozessklarheit und die Grundlage für neue Geschäftsmodelle.
Die Erweiterung umTR-03109-5zeigt deutlich: Steuerboxen sind kein Zukunftsthema mehr, sondern stehen unmittelbar vor dem Rollout. Jetzt gilt es, die Weichen zu stellen – organisatorisch, technisch und digital.

