Breite Zustimmung für Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie im Bundestag
Die Absicht, eine Enquete-Kommission des Bundestages zur detaillierten Untersuchung der Corona-Pandemie einzusetzen, stößt auf breite Zustimmung. Der Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung hat einem entsprechenden Antrag mit Unterstützung von Union, SPD, Grünen und Linken zugestimmt. Einzig die AfD enthielt sich bei der Abstimmung. Die finale Entscheidung des Parlaments darüber wird am Donnerstag erwartet.
Interessanterweise gab es Modifikationen an dem ursprünglich von der schwarz-roten Koalition vorgeschlagenen Antrag. Die Grünen, durch ihre Abgeordnete Paula Piechotta vertreten, haben als Opposition wichtige Ergänzungen erfolgreich durchgesetzt. Der Schwerpunkt der Kommission wird nun nicht nur auf der Analyse staatlicher Maßnahmen liegen, sondern auch die sozialen Auswirkungen, hauptsächlich auf Kinder, ältere Menschen und sozial benachteiligte Gruppen, in den Fokus nehmen. Zudem wird die seelische Gesundheit und die gesellschaftliche Polarisierung eingehend untersucht.
Weitere Anpassungen betreffen die Arbeitsweise der Kommission. Um die vielfältigen Ansichten der Bevölkerung besser zu reflektieren, wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, öffentliche Formate zu nutzen, die eine breite Beteiligung sicherstellen. Ebenso sind altersgerechte Befragungen von Kindern und Jugendlichen vorgesehen, deren Ergebnisse in die Forschung der Kommission einfließen sollen. Der Abschlussbericht dieser umfassenden Untersuchung soll bis 30. Juni 2027 dem Bundestag vorgelegt werden.
Nicht zuletzt werden durch die Enquete-Kommission wertvolle Empfehlungen für künftige Krisenstrategien angestrebt. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, betont im ZDF-'Morgenmagazin', dass die Kommission sowohl rückblickend evaluieren als auch vorausschauend gestalten wird. Er weist jedoch die Kritik der Grünen an der damaligen Anschaffung von Schutzmasken durch Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn als überzogen zurück und fordert eine nachsichtige Betrachtung der damaligen Entscheidungen.

