Brandenburger Wirtschaftsminister unterstützt verlängerte Treuhandschaft für PCK-Raffinerie
Der brandenburgische Wirtschaftsminister Daniel Keller spricht sich für eine weitere Verlängerung der Treuhandschaft des Bundes über die Anteile des russischen Staatskonzerns Rosneft an der PCK-Raffinerie in Schwedt aus. Dies sei laut Keller in der gegenwärtigen Übergangsphase die beste Lösung, um eine stabile Versorgung des Nordostens und Berlins mit wichtigen Kraftstoffen wie Sprit, Heizöl und Kerosin sicherzustellen. Seit dem Verzicht auf russisches Pipeline-Öl infolge des Ukraine-Krieges musste die Raffinerie alternative Bezugsquellen für ihre Versorgung finden.
Die Kontrolle über die Rosneft-Töchter wurde nach dem Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine unter eine bundesstaatliche Treuhandverwaltung gestellt, die vorerst bis zum kommenden Mittwoch andauert. Das Bundeswirtschaftsministerium wird über eine mögliche Verlängerung der Treuhandverwaltung entscheiden. Keller betont, dass eine Verlängerung der Treuhandschaft entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die zuverlässige Versorgung der Region sei.
Die endgültige Entscheidung über die Verlängerung liege bei der Bundesregierung, die auch die rechtlichen Grundlagen prüfe. Christian Görke, Brandenburger Bundestagsabgeordneter der Linken, äußert Kritik an der bisherigen Vorgehensweise der Bundesregierung im Umgang mit den Rosneft-Anteilen. Er fordert eine Übernahme der Anteile sowohl von Rosneft als auch Shell durch die öffentliche Hand, um langfristige Investitionen zu ermöglichen und die Zukunft der Raffinerie zu sichern.
Die Raffinerie PCK vermeldet derweil eine stabile Auslastung ihrer Rohölverarbeitung, die im ersten Halbjahr 2025 laut eigenen Angaben im Monatsdurchschnitt über 80 Prozent lag. Ein zeitweiliger Einbruch der Öllieferungen durch einen Angriff auf die Druschba-Pipeline in Russland konnte nach Reparaturen überwunden werden, sodass der Ölförderstrom normalisiert wurde.

