Boohoo im Kreuzfeuer: Aktionäre lehnen Vergütungspolitik ab
Der britische Online-Modehändler Boohoo sah sich kürzlich mit einem deutlichen Gegenwind von Seiten seiner Aktionäre konfrontiert. Über 40 Prozent der Investoren stimmten gegen den Vergütungsbericht des Unternehmens und äußerten damit scharfe Kritik an den millionenschweren Bonuszahlungen an die Führungskräfte.
Dieses Votum folgte den Empfehlungen einflussreicher Beratungsfirmen, darunter Institutional Shareholder Services (ISS) und Glass Lewis. Diese äußerten Bedenken bezüglich der Bonuszahlungen, insbesondere der zwei Millionen Pfund Vergütung für den neuen CEO Dan Finley, die nur wenige Monate nach seinem Antritt gewährt wurde.
Glass Lewis kritisierte die Praxis von Boohoo, Führungskräfteboni unabhängig von der Unternehmensleistung auszuzahlen. Trotz dieser Vorwürfe verteidigte Boohoo die Gehälter als notwendig, um Talente anzuziehen und zu halten. Das Unternehmen betonte, dass die große Mehrheit der Anteilseigner – abgesehen von Frasers Group, dem größten Aktionär mit knapp 30 Prozent der Anteile – die Vorschläge unterstützt habe.
Fast 40 Prozent der Aktionäre stimmten zudem gegen weitere Maßnahmen, darunter die Wiederwahl des CEO und des Vorstandsvorsitzenden. Boohoo führte diese Gegenstimmen erneut auf die Frasers Group zurück, die seit 2023 einen wesentlichen Konfliktpartner darstellt.
Der Streit zwischen Boohoo und Mike Ashleys Frasers Group spitzt sich weiter zu. Ashley, der im vergangenen Jahr vergeblich versuchte, sich als CEO von Boohoo durchzusetzen, kritisierte erst kürzlich das Management um Vorsitzenden Tim Morris für eine umstrittene Schuldaufnahme über 175 Millionen Pfund.
Boohoo verzichtete bislang auf eine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen.

