Börsenrückschritte nach Jahresauftakt: Dax und MDax im Korrekturmodus
Nach dem dynamischen Anfang des Jahres am deutschen Aktienmarkt zeigen sich die Investoren derzeit vorsichtig. Der Dax gab um 0,22 Prozent nach und schloss bei 25.297,13 Punkten. Nach einer Reihe von Rekorden, die am Dienstag in einem Höchststand von 25.507 mündeten, zeichnet sich nun eine Konsolidierung ab. Auf Wochensicht verzeichnete der Leitindex kaum Veränderungen, während der MDax um 0,14 Prozent auf 31.899,26 Punkte nachließ. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater interpretiert dies als eine kurze Verschnaufpause nach den jüngsten geopolitischen Spannungen in Venezuela, Grönland und Iran.
Insbesondere die USA drohten dem Iran infolge der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten, während Präsident Trump über Strafzölle gegen Länder nachdenkt, die seinen Grönland-Anspruch infrage stellen. Marktanalyst Marcel Mußler erörtert den derzeitigen Zwiespalt zwischen dem kurzfristigen Abwärtstrend und der langen Rallye seit Mitte Dezember. Anziehende Prognosen für die deutsche Wirtschaft, KI-Investitionen und weltweite Rüstungsaufträge wirken dabei unterstützend. Auch zukunftsweisende Sektoren wie Robotik und Weltraumwirtschaft stehen zunehmend im Fokus. Der EuroStoxx 50 verlor ebenfalls 0,19 Prozent und schloss bei 6.029,45.
Auch der FTSE 100 in Großbritannien fiel leicht, während der Schweizer SMI um fast ein halbes Prozent nachgab. Der New Yorker Dow Jones Industrial bewegte sich zu Europaschluss kaum, unterstützt vom bevorstehenden langen Feiertagswochenende in den USA. Am letzten Handelstag der Woche konzentrierte sich der Markt auf Klöckner & Co., nachdem die Düsseldorfer ein Übernahmeangebot von Worthington Steel erhalten hatten, das von Großaktionär Friedhelm Loh unterstützt wird. Der Aktienkurs stieg um 28,2 Prozent auf 11,04 Euro. Die seit Dezember 2025 laufenden Verhandlungen hatten die Aktie bereits beflügelt.
Negativ fiel der Chemiesektor auf, nachdem Barclays und JPMorgan die Branche als weiterhin schwach einstuften. Am Dax-Ende verloren Brenntag und BASF rund vier bzw. 3,7 Prozent. Im MDax gerieten Aktien von Evonik, Wacker Chemie und Lanxess unter Druck. Gefragt waren hingegen Titel im Zuge der Energiewende und KI-Expansion. Siemens Energy und RWE kletterten dank positiven Aussichten für neue Gaskraftwerke. Dagegen sackten K+S-Aktien um 4,6 Prozent ab, belastet von schwachen Nachfragedaten des Konkurrenten Mosaic.
Die Anteile der Norma Group verloren nach einem skeptischen Kommentar des Bankhauses Metzler 6,3 Prozent, während die Aktien von Drägerwerk nach starken Geschäftsausblicken um 11,7 Prozent zulegten, bestärkt durch eine "Buy"-Bewertung und ein neues Kursziel von 95 Euro durch MWB Research.

