Börsen in Europa am Morgen: Erholt, gute Vorgaben beflügeln, Schneider Electric und Alstom im Fokus

01. Dezember 2009, 11:19 Uhr · Quelle: finanzen.net
Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen zeigen am Dienstagmorgen kräftige Aufschläge. Erholt von den Sorgen im Zusammenhang mit der Krise im Boom-Emirat Dubai gewinnt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 1,96 Prozent auf 2.851,99 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt daneben 1,91 Prozent zu auf 2.478,92 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 kann um 1,76 Prozent anziehen auf 651,79 Indexpunkte. Auch an den europäischen Länderbörsen sind durchweg grüne Vorzeichen auszumachen.

Die Vorgaben aus Übersee waren positiv. Während sich die großen US-Börsen gestern mit leichten Gewinnen in den Feierabend verabschiedet hatten, konnte der Nikkei heute um über 2 Prozent zulegen. In den vergangenen Tagen wurden die weltweiten Börsen insbesondere durch die Sorge vor einer ernst zu nehmenden Krise im Boom-Emirat Dubai belastet, nachdem die Regierung des Emirats den Dubai Financial Support Fund mit der Restrukturierung des ins Schlingern geratenen staatlich kontrollierten Konglomerats Dubai World und dessen Tochter Nakheel beauftragt hat. In diesem Zusammenhang wurden die Gläubiger von Dubai World um Zahlungsaufschub bis mindestens Mai 2010 gebeten. Auf der Konjunkturseite stehen heute im weiteren Handelsverlauf die EU-Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung an. Am Nachmittag werden in den USA der ISM Index, die Bauausgaben und die anstehenden Hausverkäufe bekannt gegeben.

Im britischen Leitindex FTSE 100 stehen im frühen Handel Titel von Eurasian Natural mit einem Aufschlag von 5,1 Prozent an der Spitze. Dahinter verbuchen Anteilsscheine von Fresnillo, Hammerson und Man Group ebenfalls deutliche Gewinne von jeweils über 4 Prozent. Aktien von TUI Travel (ISIN GB00B1Z7RQ77/ WKN A0MWY8) können dagegen nur 0,1 Prozent zulegen und stehen damit am Ende des FTSE 100. Europas größtes Touristikunternehmen meldete heute, dass sich ihr Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr verringert hat, nachdem man Kapazitäten reduziert und Kosten gesenkt hat. Die Jahresdividende wurde um 10 Prozent auf 10,7 Pence pro Aktie erhöht. Für die Zukunft gibt man sich zuversichtlich, die mittelfristigen Margen-Ziele zu erfüllen. Zudem sei man auf gutem Weg, bis 2011 die angestrebten Synergien in Höhe von 200 Mio. GBP zu erreichen. Ansonsten sind Resolution, Cadbury, Legal & General, National Grid und Tesco wenig gefragt und tendieren allesamt nahezu unverändert.

In Frankreich stehen aktuell Titel von Alstom und Schneider Electric mit Aufschlägen von 6,5 bzw. 4,4 Prozent ganz oben im CAC 40. Der französische Atomkraftwerke-Hersteller AREVA (ISIN FR0004275832/ WKN 890173) gab gestern bekannt, dass er Alstom (ISIN FR0010220475/ WKN A0F7BK) und Schneider Electric (ISIN FR0000121972/ WKN 860180) ausgewählt hat, um mit ihnen in exklusive Verhandlungen über den Verkauf seines Transmission and Distribution-Geschäfts einzutreten. Damit haben sich die beiden französischen Konzerne gegen den US-Mischkonzern General Electric (ISIN US3696041033/ WKN 851144) sowie ein Konsortium unter der Führung von Toshiba (ISIN JP3592200004/ WKN 853676) durchgesetzt. Die Offerte von Alstom/Schneider sieht einen Kaufpreis von 2,29 Mrd. Euro vor, inklusive Verbindlichkeiten beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 4,09 Mrd. Euro. Weitere Gewinner im CAC 40 sind Compagnie de Saint-Gobain, Renault, STMicro und Vinci mit Zugewinnen von jeweils über 3 Prozent. Aktien des Medien- und Mobilfunkkonzerns Vivendi (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) verteuern sich aktuell um 2,9 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge hat Vivendi einen Vorvertrag mit General Electric (ISIN US3696041033/ WKN 851144) über den Verkauf seines 20-Prozent-Anteils am Film- und TV-Konzern NBC Universal ausgehandelt. Der Preis soll bei 5,8 Mrd. Dollar liegen. Über 1 Prozent abgeben müssen dagegen am Indexende Titel von EADS. Laut einem Zeitungsartikel müssen die sieben Käuferländer des Militärtransporters A400M mit zusätzlichen Kosten von 7,4 Mrd. Euro für die 180 bestellten Flugzeuge rechnen.

In der Schweiz können im SMI heute Morgen Holcim und Swiss Re mit jeweils +3 Prozent die stärksten Gewinne einfahren. Ebenfalls sehr freundlich tendieren Anteilsscheine von Syngenta, UBS, Credit Suisse, ABB und Swiss Life mit Aufschlägen von jeweils über 2 Prozent. Dagegen verbilligen sich im Schweizer Leitindex derzeit Synthes geringfügig um 0,1 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.851,99 (+1,96 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.478,92 (+1,91 Prozent) EURONEXT 100: 651,79 (+1,76 Prozent) FTSE 100 (London): 5.278,82 (+1,70 Prozent) CAC40 (Paris): 3.753,37 (+1,99 Prozent) MIB (Mailand): 22.320,65 (+1,79 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.848,80 (+1,75 Prozent) SMI (Zürich): 6.364,63 (+1,66 Prozent) ATX (Wien): 2.522,70 (+2,53 Prozent) (01.12.2009/ac/n/m)

Marktberichte
[finanzen.net] · 01.12.2009 · 11:19 Uhr
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