BMW trotzt Herausforderungen des Automarktes mit solidem Quartalsergebnis
Der bayerische Automobilhersteller BMW hat im dritten Quartal des Jahres seine erwarteten Zielsetzungen erreicht, nachdem im Oktober eine Prognosesenkung erfolgt war. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 33 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in seiner aktuellen Veröffentlichung mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte eine Lieferungssperre aufgrund von Problemen mit einem Bremssystem die Bilanz stark beeinträchtigt. Die BMW-Aktie reagierte positiv auf die neuen Zahlen sowie die Ausführungen bei den Presse- und Analystenkonferenzen des Unternehmens.
Ein verhaltener Start entwickelte sich im Tagesverlauf zu einem signifikanten Kursplus für die BMW-Aktie, die um fast sechs Prozent auf 85 Euro kletterte und damit die Spitze im Dax übernahm. Im bisherigen Jahresverlauf weist die Aktie im Vergleich zum deutschen Leitindex jedoch nur einen Zuwachs von acht Prozent auf. Zwischenzeitlich wurde die Aktie auch mit einem höheren Kurs von fast 92 Euro gehandelt, bevor die Gewinnwarnung im Oktober den Marktwert deutlich drückte.
Der Analyst Jose Asumendi von JPMorgan äußerte, dass positive Signale zur Stabilisierung des Absatzes in China vielversprechend seien, und schätzt weiterhin eine zweistellige operative Marge für BMW in dem Land. Philippe Houchois von Jefferies hob die erwartete Schwäche beim freien Mittelzufluss hervor, betonte aber, dass die Ergebnisse keine großen Überraschungen darstellten. Patrick Hummel von der UBS lobte die solide Kostenentwicklung bei BMW, verwies jedoch auf die Diskrepanz zu den Verkaufspreisen.
Die operative Marge der Autosparte, ein besonders beobachteter Indikator, konnte nahezu drei Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gesteigert werden, was über den Erwartungen der Analysten lag. Laut BMW wäre die Marge noch höher ausgefallen, wenn nicht erhöhte Einfuhrzölle in die USA und die EU die Berechnung beeinflusst hätten.
BMW stemmt sich wie andere deutsche Autobauer gegen erhöhte US-Einfuhrzölle auf Autos und Rohstoffe, wobei auch die Einfuhrabgaben für Elektroautos der Mini-Marke aus China eine Rolle spielen. Die rückläufige Absatzentwicklung in China hat ebenfalls die Jahresprognosen gedrückt und führte zu angepassten Erwartungen für das laufende Quartal. Während BMW seine Händler in China finanziell unterstützt, findet in der Volksrepublik ein heftiger Preiskampf statt, der vor allem den eher günstigen Marktsegmenten zugutekommt.
Der positive Absatzmix konnte das operative Ergebnis der Autosparte stützen, während die Preisentwicklung einen dämpfenden Effekt hatte. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf 32,3 Milliarden Euro, bedingt durch diverse Herausforderungen, stieg die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge um fast neun Prozent auf 588.140 Einheiten. Unter dem Strich erzielte BMW einen Gewinn von 1,70 Milliarden Euro, was das Ergebnis des Vorjahreszeitraums mehr als verdreifachte. Die im Oktober revidierte Jahresprognose wurde bestätigt.
Zudem weiß BMW von einem hohen Kundeninteresse für das Modell iX3 zu berichten, das erste Fahrzeug der neuen Produktgeneration "Neue Klasse", das bislang ausschließlich in Europa angeboten wird. In Bezug auf die problematische Chipversorgung sieht sich BMW gut aufgestellt.

