BMW passt Jahresprognose an: Überraschende Wendungen auf dem chinesischen Markt
BMW sieht sich gezwungen, seine Jahresprognose zu revidieren. Der in München ansässige Autobauer meldete, dass die Geschäfte in China nicht wie erwartet verliefen. Wichtige Zollreduzierungen, die zuvor eingeplant waren, blieben zudem aus. Daher rechnet BMW nun für 2025 mit einer operativen Marge im Automobilsektor von 5 bis 6 Prozent, ein Rückgang von der vorherigen Erwartungsspanne von 5 bis 7 Prozent. Das Vorsteuerergebnis wird in diesem Jahr leicht nachgeben, nachdem es ursprünglich auf dem Niveau von 2024 prognostiziert war. Diese Neuigkeiten wurden an der Börse schlecht aufgenommen.
Im dritten Quartal blieb der Absatz in China hinter den Erwartungen zurück, was BMW veranlasste, seine Aussichten für das vierte Quartal in diesem bedeutenden Markt nach unten zu korrigieren. Der Automobilriese unterstützt seine Händler in China finanziell zusätzlich in dieser herausfordernden Phase. Zollrückvergütungen in beträchtlicher Höhe aus den USA und Deutschland, die für 2023 erwartet wurden, kommen nun voraussichtlich erst 2026. Diese Verzögerung beeinträchtigt besonders den freien Cashflow, den BMW nun ebenfalls herabsetzen musste.
Obwohl BMW am selben Tag für das dritte Quartal einen Anstieg der Absatzzahlen um nahezu 9 Prozent vermeldete, profitierte das Unternehmen von einem sehr schwachen Vorjahresquartal. In China sanken die Verkäufe allerdings um 0,4 Prozent.
In Folge dieser Gewinnwarnung prognostiziert der UBS-Analyst Patrick Hummel, dass die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie 2025 um 10 Prozent und für 2026 um 10 bis 15 Prozent sinken könnten. Der Aktienkurs von BMW fiel zur Wochenmitte um sieben Prozent auf 81,44 Euro, was den letzten Rang im deutschen Leitindex Dax bedeutete.
Trotz dieser Rückschläge bleibt Hummel optimistisch hinsichtlich der längerfristigen Perspektiven von BMW. Der Analyst hebt den positiven Investitionszyklus ab 2026, den potenziellen Ertragsbeitrag der neuen Elektroauto-Generation "Neue Klasse" und die kluge Kapitalallokationspolitik des Unternehmens hervor.

