Blackbox-Absturz in der Türkei: Libyscher General unter den Opfern – Deutschland übernimmt Auswertung
Deutschland nimmt eine zentrale Rolle bei der Aufklärung eines tragischen Flugzeugabsturzes ein, bei dem ein libyscher General und seine Begleiter ums Leben kamen. Die Blackbox des Fluges, die das Innenministerium der libyschen Regierung nach Deutschland schickt, soll durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig technisch sorgfältig ausgewertet werden. Diese Maßnahme wurde veranlasst, um die genauen Umstände des Absturzes zu klären und Transparenz zu gewährleisten.
Begleitet wird diese Untersuchung von der Zusage der türkischen Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen zu unterstützen. Sie stellte sämtliche Dokumente und Kameraaufzeichnungen zur Verfügung. Außerdem hat die libysche Kriminalpolizei den türkischen Behörden DNA-Proben zur Identifizierung der Opfer übergeben.
Der Absturz ereignete sich kurz nach dem Start des Privatflugzeugs in Ankara, als es auf dem Weg nach Libyen war. Alle acht Insassen, einschließlich des libyschen Generalstabschefs Mohammed al-Haddad, kamen dabei ums Leben. Al-Haddad befand sich auf einem offiziellen Besuch in der Türkei.
Der Absturz bringt einmal mehr die angespannte Lage in Libyen in den Fokus, das seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi von Bürgerkrieg und Spaltung geprägt ist. Hier kämpfen verschiedene Milizen sowie ausländische Interessen um Einfluss. Neben der international anerkannten Regierung in Tripolis gibt es im Osten eine rivalisierende Verwaltung, die mit General Chalifa Haftar verbündet ist.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sandte bereits sein Beileid an den libyschen Ministerpräsidenten Abdel Hamid Dbaiba. In Tripolis wurde bereits ein vorläufiger Nachfolger für al-Haddad ernannt.

