Bitcoin-Schwankungen: Vom Zolldruck und geopolitischen Spannungen beeinflusst

Die bedeutendste Digitalwährung, Bitcoin, zeigt sich erneut von ihrer volatilen Seite. In einer beeindruckenden, jedoch oft unvorhersehbaren Bewegung, fiel der Kurs auf der Plattform Bitstamp zunächst auf ein Niveau von knapp 64.300 US-Dollar, was den tiefsten Stand seit Februar markiert, bevor er sich erholte und etwa bei 66.300 Dollar notierte. Der US-Zollstreit hat zuletzt für erhebliche Turbulenzen gesorgt. Die jüngste Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen bestimmte Zollmaßnahmen von Ex-Präsident Donald Trump führte dazu, dass dieser einen neuen, weltweiten Zollsatz von 15 Prozent ankündigte.
Dies geschah nur kurze Zeit, nachdem bereits ein Zollsatz von zehn Prozent eingeführt worden war. Eine Maßnahme, die auf einem Handelsgesetz basiert, welches Trump bis zur Höchstgrenze ausgenutzt hat. Laut Caroline Mauron von Orbit Markets bleibt der Kryptomarkt unter solch gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten ins Schwanken. Die geopolitischen Spannungen, wie die im Iran, in Kombination mit den US-Zöllen, drücken auf die Stimmung. Dies könnte dazu führen, dass die wichtige 60.000-Dollar-Marke beim Bitcoin wieder getestet wird.
Im Bullenmarkt von 2021 erwies sich die 60.000-Dollar-Schwelle als ein harter Widerstand, den der Bitcoin erst Ende 2024 überwinden konnte, als die Währung über 80.000 Dollar sprang. Die neue Präsidentschaft Trumps hatte Hoffnungen auf Marktliberalisierungen genährt, jedoch führte ein anschließender Kursrückgang nach einem Rekordhoch von 126.000 Dollar im Oktober zu einem Wertverlust von fast 50 Prozent. Die jüngsten Verluste des Bitcoins werden vor allem auf Zweifel an einer baldigen Senkung der US-Zinsen zurückgeführt. Die robuste wirtschaftliche Lage in den USA nimmt der Notenbank den Druck, die Zinsen zu senken, auch wenn Trump immer wieder für niedrigere Leitzinsen plädiert.
Ein höheres Zinsniveau begünstigt zinstragende Anlageklassen gegenüber Kryptowährungen. Dazu zeigt sich, dass die Erwartungen auf regulatorischen Rückenwind, etwa durch eine von Trump initiierte strategische Bitcoin-Reserve, sich bisher nicht erfüllt haben.

