Bitcoin-Prognose gekürzt: Krypto-Euphorie lässt nach
Bitcoin-Kursziel für 2025 deutlich gesenkt
Standard Chartered rechnet nun damit, dass Bitcoin das Jahr 2025 bei rund 100.000 US-Dollar beendet. Zuvor hatte die Bank ein Kursziel von 200.000 US-Dollar ausgegeben. Auch die langfristigen Erwartungen wurden angepasst: Für Ende 2026 wurde das Ziel von 300.000 auf 150.000 US-Dollar reduziert, ebenso die Prognosen bis 2029.
Trotz der Kürzungen hält die Bank an einem langfristig positiven Szenario fest. Bis 2030 traut Standard Chartered dem Bitcoin weiterhin einen Anstieg auf 500.000 US-Dollar zu.
Seitwärtsphase zwingt zur Neubewertung
Nach Einschätzung von Geoff Kendrick, globaler Leiter für digitale Vermögenswerte bei Standard Chartered, war vor allem die anhaltende Seitwärtsbewegung des Bitcoins ausschlaggebend für die Neubewertung. Der Markt habe in den vergangenen Monaten nicht die Dynamik gezeigt, die für die ursprünglichen Kursziele notwendig gewesen wäre.
Zudem geht Kendrick davon aus, dass die aggressive Kaufphase sogenannter Digital-Asset-Treasury-Unternehmen weitgehend abgeschlossen ist. Viele dieser Firmen hatten in den vergangenen Jahren begonnen, große Bitcoin-Bestände aufzubauen – teilweise ohne zuvor nennenswerte Berührungspunkte mit Kryptowährungen gehabt zu haben.
Nachlassende Unternehmensnachfrage als Risiko
Gerade dieser Käuferkreis könnte sich nun als Belastungsfaktor erweisen. Sollten Unternehmen beginnen, ihre Bestände zu reduzieren, könnte zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen. Zwar erwartet Standard Chartered weiterhin regelmäßige Zuflüsse über Bitcoin-ETFs, eine zusätzliche Kursstütze durch große Unternehmenskäufe sieht die Bank jedoch nicht mehr.
Ein prominentes Gegenbeispiel bleibt Strategy. Das Unternehmen hatte zuletzt rund eine Milliarde US-Dollar in Bitcoin investiert – der größte Einzelkauf seit Juli. Solche Transaktionen betrachtet Standard Chartered jedoch eher als Ausnahme denn als neuen Trend.
Stimmung am Kryptomarkt kippt
Die drastische Anpassung der Prognosen unterstreicht, dass sich die Stimmung am Kryptomarkt deutlich eingetrübt hat. Auch andere bekannte Bitcoin-Befürworter an der Wall Street haben ihre Erwartungen zuletzt zurückgenommen.
Ein Indikator dafür ist der Fear-&-Greed-Index von CoinMarketCap, der sich bereits seit Anfang November im Bereich „Fear“ bis „Extreme Fear“ bewegt. Für Anleger signalisiert das: Die Phase der ungebremsten Krypto-Euphorie ist vorerst vorbei – zumindest aus Sicht einer der größten internationalen Banken.


