Bitcoin Policy Institute entwickelt Strategie für US-Vorherrschaft bei Stablecoins in fünf Politikbereichen

Das Bitcoin Policy Institute (BPI) hat einen neuen Vorschlag für die USA veröffentlicht, der darauf abzielt, eine sogenannte "Stablecoin-Vorherrschaft" zu etablieren. Der am Mittwoch veröffentlichte Vorschlag konzentriert sich auf fünf Politikbereiche und folgt auf das bereits verabschiedete GENIUS-Gesetz.
Warnung des Bitcoin Policy Institute
Im Mittelpunkt der Argumentation des BPI steht die Behauptung, dass regulierte Stablecoins dazu beitragen können, die US-Aufsicht über Offshore-Dollar-Märkte zu erweitern. Aus Sicht des Instituts würde dies nicht nur systemische Risiken verringern, sondern auch Chinas Vorstoß in digitale Währungen abschwächen.
Das BPI beschreibt, wie Offshore-Banken eigenständig Dollar-denominierten Kredit schaffen, die Gewinne aus der Vermittlung einstreichen und sich auf die Federal Reserve als eine Art implizite Absicherung verlassen können, wenn das System unter Druck gerät.
Das Institut sieht in diesem System eine ernsthafte Schwachstelle für die US-Wirtschaft. Daher argumentiert das BPI, dass regulierte Stablecoins den USA ein Werkzeug zur Umstrukturierung dieser Dynamik bieten.
Gemäß dem im Juli 2025 in Kraft getretenen GENIUS-Gesetz müssen Stablecoin-Emittenten 100% Reserven in Instrumenten wie Staatsanleihen, Treasury-Repo oder versicherten Einlagen halten. Das Gesetz verbietet zudem, dass Emittenten gegen diese Reserven Kredite vergeben.
Das BPI erklärt, dass, wenn eine ausländische Person oder ein Unternehmen einen GENIUS-konformen Stablecoin hält, anstatt Gelder in einer Eurodollar-Einlage zu platzieren, das entsprechende Treasury-Wertpapier auf der Bilanz eines US-regulierten Unternehmens verbleibt, anstatt das Offshore-System zu stärken.
Blueprint für Stablecoin-Vorherrschaft
Das BPI verbindet den Fall der Stablecoins mit breiteren Wettbewerbsdruck im Bereich digitaler Vermögenswerte. Es wird darauf hingewiesen, dass Chinas digitaler Yuan nun Zinsen an Inhaber zahlt und Chinas grenzüberschreitendes Interbanken-Zahlungssystem Transaktionen in 190 Ländern abwickelt.
Das Institut verweist auch auf das europäische MiCA-Regime und argumentiert, dass es einen Rahmen für euro-denominierte Stablecoins bietet, der in mancher Hinsicht fortschrittlicher ist als die derzeitige US-Umsetzung.
Insgesamt sagt das BPI, dass diese Entwicklungen den amerikanischen Einfluss auf die "Schienen", auf denen Geld tatsächlich bewegt wird, schwächen – ein Bereich, den das BPI als sowohl am umkämpftesten als auch am fragilsten für die Dollar-Dominanz bezeichnet.
Um darauf zu reagieren, schlägt das Institut einen Rahmen vor, um die Stablecoin-Vorherrschaft in fünf Politikbereichen voranzutreiben. Erstens fordert es die Verstärkung der GENIUS-Gesetz-Umsetzung durch den Aufbau einer Absicherungsarchitektur.
Das BPI beschreibt dies als die Schaffung von festen Repo-Linien mit Primärhändlern und die Einrichtung eines Zugangs zum Standing Repo Facility der Federal Reserve, mit dem Ziel, konforme Stablecoins attraktiver als Offshore-Alternativen zu machen.
Zweitens schlägt das BPI vor, dass die USA Stablecoins anstelle von Eurodollar-Einlagen im internationalen Handel einsetzen. Ziel sei es, die Nachfrage nach Staatsanleihen wieder ins Inland zu ziehen und den Offshore-Kreditmultiplikator auf marginalen Dollarflüssen zu eliminieren.
Drittens argumentiert das BPI für einen Gebühren- und Belohnungsansatz, der es regulierten Stablecoins ermöglicht, mit zinsbringenden Eurodollar-Einlagen und sogar Chinas digitalem Yuan zu konkurrieren – und dabei dennoch innerhalb des gesetzlichen Zinsverbots des GENIUS-Gesetzes zu bleiben.
Viertens befasst sich der Vorschlag mit Risiken im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi). Das BPI warnt vor der Kreditmultiplikation im DeFi und fordert Einschränkungen auf Smart-Contract-Ebene sowie Durchsetzungs-"Engpässe", um sicherzustellen, dass unregulierte Protokolle den Eurodollar-Multiplikator nicht auf Blockchain-Netzwerken replizieren können.
Schließlich sagt das BPI, dass die USA die Souveränität der Fremdwährung bewahren sollten, indem sie lokale Währungssysteme neben der Stablecoin-Adoption unterstützen. Das Institut sieht dies als einen Weg, um sicherzustellen, dass die Integration von Stablecoins als gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung und nicht als finanzielle Nötigung wirkt.
Aus Sicht des Instituts können diese Ziele erreicht werden, ohne zusätzliche Staatsschulden gegenüber ausländischen Regierungen zu begeben oder die Bilanz der Federal Reserve zu erweitern.

