Beginn der Warsh-Ära bei der Fed: Zwei On-Chain-Signale, die Bitcoin-Händler im Auge behalten sollten

Kevin Warsh wird am Freitag, den 22. Mai, als siebzehnter Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve im Weißen Haus vereidigt. Präsident Trump wird den Amtseid abnehmen.
Eine Analyse von XWIN Research Japan hebt spezifische On-Chain-Signale hervor, die voraussichtlich zuerst reagieren werden, wenn die Märkte beginnen, die Auswirkungen einer von Warsh geführten Fed auf Bitcoin einzupreisen.
Coinbase Premium und Exchange-Nettozuflüsse im Fokus
Die Analyse von XWIN, veröffentlicht am 22. Mai, konzentriert sich auf ein spezifisches Risiko, das in den meisten Krypto-Kommentaren übersehen wurde. Die Sorge betrifft nicht die Frage, ob Warsh die Zinsen senkt oder hält, sondern vielmehr, was er mit der Bilanz der Fed vorhat.
Während seiner Anhörung im Bankenausschuss des Senats erklärte Warsh, dass die Bilanz der Fed zu groß sei und schrumpfen sollte und dass die Zentralbank keine langfristigen Staatsanleihen halten sollte.
Dies stellt eine quantitative Straffung dar, die sich von der Zinspolitik unterscheidet. Anstatt den Preis des Geldes anzupassen, reduziert sie direkt die Menge der Liquidität im System.
Das von XWIN als problematisch eingestufte Szenario ist eines, bei dem kurzfristige Zinsen fallen, während langfristige Renditen gleichzeitig steigen. Diese Kombination hat historisch gesehen einen starken negativen Einfluss auf Risikoanlagen.
Für Bitcoin ist dies von Bedeutung, da die Kryptowährung sich nicht mehr wie ein rein krypto-natives Instrument verhält. Die Einführung von ETFs, die Teilnahme institutioneller Anleger und das Wachstum des Derivatemarktes haben sie empfindlich gegenüber globalen Liquiditätsbedingungen gemacht, wie es in früheren Zyklen nicht der Fall war.
Für die führende Kryptowährung würde sich der Stress wahrscheinlich zuerst im Coinbase Premium zeigen, das die US-amerikanische institutionelle Spot-Nachfrage verfolgt.
Laut XWIN könnte, wenn die Erwartungen an eine anhaltende quantitative Straffung zunehmen, die institutionelle Kaufbereitschaft nachlassen, bevor sich dies im Preis niederschlägt. Ein negatives Coinbase Premium wäre das früheste erkennbare Zeichen für diese Veränderung.
Der zweite Indikator, den die Analysten den Händlern nahelegen zu beobachten, sind die Nettozuflüsse von Bitcoin auf Börsen. Steigende Zuflüsse zu Börsen signalisieren tendenziell eine defensive Neupositionierung, bei der Inhaber Vermögenswerte auf Plattformen verschieben, auf denen sie leichter verkauft werden können. Ein risikoscheues Umfeld unter dem neuen Fed-Regime könnte laut XWIN genau dieses Muster bei kurzfristigen Inhabern auslösen.
Was passiert, wenn BTC unter straffen Bedingungen Kapital anzieht?
Laut XWIN wurde die jüngste Struktur von BTC hauptsächlich durch gehebelte Positionen angetrieben und nicht durch tatsächliche Käufe. Das sollten Investoren ebenfalls im Auge behalten, da solche Rallyes nur eine Deckung von Short-Positionen und kein neues Kapital widerspiegeln.
Das Forschungsunternehmen hält jedoch auch ein anderes Ergebnis für möglich. Wenn sich die ETF-Zuflüsse erholen, die Reserven an den Börsen weiter sinken und das Coinbase Premium wieder positiv wird, würde dies darauf hindeuten, dass Bitcoin Kapital anzieht, selbst unter strukturell strafferen Bedingungen. Dies wäre der Fall, weil die Kryptowährung außerhalb des regulierten Fiat-Systems operiert.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurde Bitcoin knapp über $77.000 gehandelt, nachdem er zuvor auf ein Drei-Wochen-Tief nahe $76.000 gefallen war. Versuche einer Erholung wurden bei $78.000 gestoppt.

