Bitcoin erreicht 40-Tage-Hoch durch US-Iran-Spannungen und $113 Millionen an Short-Liquidationen

Ein möglicher US-Militärschlag gegen Irans wichtigstes Ölexportterminal hat Bitcoin am Montag auf den höchsten Stand seit über einem Monat getrieben, da Händler vermehrt in Kryptowährungen investierten und sich von Aktien zurückzogen.
Short-Squeeze am Markt
Berichten zufolge stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb von 30 Minuten von etwa $72.400 auf $74.320, was zu Liquidationen von Short-Positionen im Wert von $113 Millionen innerhalb einer Stunde führte. Laut Daten von CoinGlass wurden in den letzten 24 Stunden etwa 94.612 Händler liquidiert, wobei sich die gesamten Liquidationen auf $385,48 Millionen belaufen.
Short-Seller, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Positionen zurückkaufen, was den Kurs weiter nach oben trieb. Am frühen Nachmittag notierte Bitcoin bei etwa $73.900, was einem Anstieg von 2,7% im Tagesverlauf entspricht.
Kriegsängste, Ölpreisschocks und ein Krypto-Aufschwung
Die geopolitische Lage war alles andere als ruhig. US-Präsident Donald Trump drängt Verbündete wie Großbritannien und Japan, eine Koalition zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu bilden, die von Iran blockiert wurde. Berichten zufolge erwägt Trump auch eine militärische Übernahme der Kharg-Insel, die etwa 90% der iranischen Rohölexporte abwickelt. Diese Bedrohung erschütterte die Energiemärkte und ließ die Ölpreise steigen.
Während Aktien seit dem Ausbruch des US-Iran-Konflikts am 28. Februar Billionen an Wert verloren haben, bewegten sich Kryptowährungen in die entgegengesetzte Richtung. Die gesamte Marktkapitalisierung digitaler Vermögenswerte ist seitdem um mehr als $310 Milliarden gestiegen. Bitcoin allein ist um über 15% von seinen Tiefstständen nach dem Angriff gestiegen. Gold verzeichnete im gleichen Zeitraum nur moderate Gewinne.
Händler verweisen auf eine Verschiebung der Kapitalströme, wenn traditionelle Märkte ins Wanken geraten. Angesichts der steigenden Ölversorgungsängste und Inflationssorgen haben einige Investoren Kapital in Vermögenswerte wie Bitcoin umgeschichtet, die außerhalb des traditionellen Finanzsystems liegen.
ETF-Zuflüsse als zusätzlicher Treiber
Der Kursanstieg ist nicht nur auf die Kriegsnachrichten zurückzuführen. Anhaltende Kapitalzuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs haben einen stetigeren, ruhigeren Auftrieb unter den dramatischeren Kursschwankungen geboten. Optimismus über bevorstehende Krypto-Gesetzgebung trug ebenfalls zur positiven Stimmung bei.
Dennoch birgt die kommende Woche viel Unsicherheit. Ein Rückgang der geopolitischen Spannungen könnte die Nachfrage, die den Anstieg angetrieben hat, abschwächen. Und mit gehebelten Käufern, die nun Positionen nahe den jüngsten Höchstständen halten, könnte eine Umkehr schnell und heftig ausfallen – ähnlich wie der Kursanstieg am Montag.

