Bitcoin-Daten zeigen dominierende Verkäufer, während BTC unter $90.000 konsolidiert

Bitcoin beendete das Jahr leicht im Minus und durchbrach damit das lang beobachtete Vier-Jahres-Zyklus-Muster, das normalerweise ein rotes Jahr gefolgt von drei grünen Jahren zeigt. Der jährliche Rückgang war mit etwa 6% moderat und im Vergleich zu historischen Rückgängen in früheren Bärenjahren vernachlässigbar. Dennoch hat der rote Jahresabschluss symbolische Bedeutung und deutet auf eine Verhaltensänderung im Markt hin, anstatt auf eine grundlegende Schwäche.
Eine aktuelle On-Chain-Analyse von Axel Adler liefert wichtige Kontextinformationen zu dieser Veränderung. Daten, die den kumulativen Net Taker Flow verfolgen, zeigen, dass das aggressive Kaufverhalten um den Jahreswechsel seinen Höhepunkt erreichte, bevor es nachließ. Seitdem hat sich das Gleichgewicht der Marktaggression zugunsten der Verkäufer verschoben, jedoch nicht in extremem Maße.
Der Indikator befindet sich derzeit in einem moderaten negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck zugenommen hat, jedoch weit von Kapitulationsniveaus entfernt ist. Historisch gesehen haben ähnliche Bedingungen eher mit erhöhter Abwärtssensibilität als mit sofortigen Trendwenden zusammengefallen. Praktisch bedeutet dies, dass Bitcoin anfällig für weitere Schwächen ist, falls die Nachfrage nicht wieder anzieht, aber es zeigt noch nicht den Stress, der typischerweise mit tieferen Bärenphasen verbunden ist.
Der Schlüssel ist die Nuance. Bitcoin bricht nicht zusammen, verhält sich jedoch nicht mehr wie ein Vermögenswert in einer klaren, momentumgetriebenen Expansion. Der Übergang zu einem moderaten Verkaufsdruck, kombiniert mit einem seltenen roten Jahresabschluss, deutet darauf hin, dass der Markt in eine komplexere und selektivere Phase übergeht, anstatt seinem vertrauten Zyklusmuster zu folgen.
Derivate-Momentum wird vorsichtiger, da Verkaufsdruck zunimmt
Adlers Analyse hebt eine wachsende Veränderung im kurzfristigen Marktverhalten durch den Bitcoin Net Taker Flow Momentum-Metrik hervor, der verfolgt, wie aggressiv Händler auf der Long- oder Short-Seite positionieren. Anders als der kumulative Flow ist dieser Indikator darauf ausgelegt, schnell auf Stimmungsänderungen zu reagieren und bietet einen frühen Einblick in Verhaltensänderungen der Händler, anstatt längerfristige Positionierungen zu reflektieren.
In den letzten Sitzungen hat sich dieser Momentum-Indikator deutlich abgeschwächt. Nachdem er Ende Dezember im positiven Bereich gehalten wurde, ist der geglättete Wert in den negativen Bereich gerutscht und liegt nun bei etwa -0,3. Obwohl dies noch keinen extremen Stress widerspiegelt, befindet sich der Markt fest in einem moderaten bärischen Druckregime. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Der Momentum-Abschwung erfolgte parallel zu einer Verschlechterung des kumulativen Net Taker Flow, was das Signal verstärkt, anstatt es zu widersprechen.
Diese Übereinstimmung ist wichtig. Wenn sowohl der kumulative Druck als auch das kurzfristige Momentum gemeinsam schwächer werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bewegung durch Rauschen oder isolierte Positionierungen getrieben wird. Stattdessen deutet es auf eine breitere Verschiebung der Händleraggression in Richtung Verkaufsseite hin. Adler merkt an, dass ein tieferes Abwärtsrisiko entstehen würde, wenn das Momentum weiter schwächt, insbesondere wenn die Werte die -0,4-Schwelle überschreiten.
Die Bedingungen deuten auf einen kontrollierten, aber anhaltenden Verkaufsdruck hin. Bitcoin befindet sich noch nicht im Kapitulationsbereich, aber die synchronisierten Signale zeigen, dass bärische Kräfte derzeit die Oberhand haben, was die Empfindlichkeit gegenüber einem Verlust der Preisunterstützung erhöht.
Bitcoin hält wichtige Unterstützung, während das Momentum fragil bleibt
Bitcoin konsolidiert sich im Bereich von $88.000–$90.000 nach einem starken Rückgang von seinen jüngsten Höchstständen. Dies spiegelt einen Markt wider, der zwischen Stabilisierung und anhaltendem Abwärtsrisiko gefangen ist. Der Preis bleibt unter den kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitten, was darauf hindeutet, dass der bullische Schwung noch nicht zurückerobert wurde.
Der 50-Perioden-Durchschnitt hat sich zu einem dynamischen Widerstand entwickelt, während der 100-Perioden-Durchschnitt abflacht, was die Idee einer breiteren Kompressionsphase anstelle einer sofortigen Trendwende verstärkt.
Wichtig ist, dass Bitcoin weiterhin deutlich über dem 200-Perioden-Durchschnitt liegt, der weiterhin nach oben geneigt ist. Dies deutet darauf hin, dass aus einer langfristigen Perspektive die breitere Struktur nicht vollständig zusammengebrochen ist. Der Verlust des Bereichs von $100.000–$105.000 markierte jedoch einen klaren Regimewechsel von Expansion zu Distribution, was die Empfindlichkeit gegenüber Verkaufsdruck erhöht.
Das Volumen ist während der jüngsten Seitwärtsbewegung deutlich zurückgegangen, was auf einen Mangel an Überzeugung sowohl von Käufern als auch Verkäufern hinweist. Dies unterstützt die Ansicht, dass der Markt frühere Exzesse verdaut, anstatt aggressiv niedriger zu bewerten. Dennoch heben wiederholte Misserfolge, über den Bereich von $92.000–$95.000 hinauszukommen, die schwache Nachfrage auf höheren Niveaus hervor.
Solange Bitcoin die Unterstützungszone von $85.000–$88.000 hält, bleibt die Konsolidierung das dominierende Szenario. Ein Durchbruch unter diesen Bereich würde wahrscheinlich den Weg für tiefere Rückschläge öffnen.

