Bitcoin bei $250.000 im Jahr 2026? Analysten warnen vor übertriebenem Optimismus

Ein prominenter Chartanalyst prognostiziert, dass der Bitcoin-Kurs bis Ende des Jahres auf etwa $30.000 fallen könnte. Diese düstere Vorhersage basiert auf einem Muster, das mit den US-Zwischenwahlen in Verbindung steht, und verstärkt die wachsende Skepsis, ob Bitcoin im Jahr 2026 tatsächlich $250.000 erreichen kann.
Muster im Zusammenhang mit Wahljahren wirft Fragen auf
Der Analyst Merlijn The Trader weist auf eine wiederkehrende Tendenz hin, dass Bitcoin in den Mai-Monaten der Zwischenwahljahre stark abverkauft wird. 2014 fiel Bitcoin um 60%, 2018 um 65% und 2022 um 66%. Diese Rückgänge begannen jeweils im Mai. Sollte 2026 diesem Muster folgen, könnte Bitcoin, der derzeit bei etwa $77.000 gehandelt wird, mehr als 60% seines Wertes verlieren und auf etwa $30.000 sinken.
Analysten der Capital Group haben festgestellt, dass Zwischenwahlen tendenziell die Marktunsicherheit erhöhen, da die Wahlkampftätigkeit im Frühjahr zunimmt und Investoren sich von risikoreicheren Anlagen zurückziehen. Diese Situation führt historisch gesehen zu einer vorsichtigeren Haltung der Anleger.
Der Bitcoin-Kurs liegt bereits rund 40% unter seinem Rekordhoch von etwa $126.000 im Oktober 2025. Trotz dieses Rückgangs halten prominente Optimisten wie der Milliardär Tim Draper und Tom Lee von Fundstrat an ihrem Ziel von $250.000 bis Jahresende fest — ein Preis, der eine Verdreifachung des aktuellen Kurses erfordern würde.
Peter Brandt fordert Realismus bei Bitcoin-Prognosen
Der erfahrene Futures-Händler Peter Brandt äußerte sich deutlich zu den $250.000-Prognosen und forderte die Optimisten auf, ihre Erwartungen zu überdenken. Er verwies auf ein bearishes Flaggenmuster im Bitcoin-Tageschart, das seiner Meinung nach keine Bodenbildung, sondern eine Fortsetzung des bestehenden Abwärtstrends darstellt.
Auf Basis dieser Analyse testete Bitcoin einen Widerstand bei etwa $79.500, bevor Anzeichen einer Korrektur sichtbar wurden. Sollte der Verkaufsdruck im Mai zurückkehren, könnte ein Rückgang auf die untere Grenze der Flagge bei etwa $69.000 möglich sein. Ein stärkerer Einbruch unter diese Linie könnte Bitcoin unter $50.000 drücken.
Halbierungszyklus-Daten deuten auf möglichen Höhepunkt hin
Die Geschichte der Halbierungszyklen macht die bearishe Sichtweise schwerer zu ignorieren. Die Preisgipfel von Bitcoin traten historisch gesehen 12 bis 18 Monate nach jedem Halbierungsereignis auf. Nach der Halbierung 2012 kam der Höhepunkt nach 12 Monaten, nach 2016 nach 17 Monaten und nach 2020 nach 18 Monaten.
Die letzte Halbierung fand im April 2024 statt. Bitcoin erreichte sein Allzeithoch von $126.000 im Oktober 2025 — genau im 17- bis 18-Monats-Zeitraum. Jetzt, mehr als 24 Monate nach dieser Halbierung, liegt der Preis bei etwa $77.000 und fällt weiter. Diese Zeitachse stimmt eng mit den vorherigen Zyklusgipfeln überein, was darauf hindeutet, dass der Höhepunkt dieses Zyklus möglicherweise bereits hinter uns liegt.
Allerdings sind nicht alle bereit, einen Bärenmarkt auszurufen. Analysten bei Bernstein sehen eine mögliche Erholung in Richtung der Spanne von $100.000 bis $150.000, eine gemäßigtere Sichtweise, die weder das $250.000-Ziel verfolgt noch den pessimistischsten Prognosen nachgibt.

