Bitcoin auf einem entscheidenden Level: Der Zyklus steht vor seiner ersten echten Bewährungsprobe, sagt Analyst

Bitcoin befindet sich an einer entscheidenden Unterstützungsmarke des Zyklus, und der Markt steht nun an einem "Scheideweg", wie es der Kryptoanalyst Dom (@traderview2) ausdrückt. Seine Botschaft ist klar: Wenn Bitcoin nicht schnell stabilisiert und die Schlüsselmarken zurückerobert, bricht die Struktur, die diesen gesamten Run definiert hat, das erste Mal zusammen – und er positioniert sich für den Abwärtstrend.
"This is the last chance for Bitcoin to hold this level and to push higher," sagte er in einer Live-Analyse-Sendung am 29. Oktober. "If Bitcoin does not see its footing here over the next week or two, I think that this is going to break down. And I think that we’re going to see the mid to low $90,000s again."
Letzter Stand für Bitcoins Treppenhaus-Rally
Doms Basis-Szenario ist kein klassischer Krypto-Winter. Er erwartet keinen 80%-igen Einbruch. Stattdessen warnt er, dass die nächsten Tage entscheiden werden, ob Bitcoin die "Treppenhaus"-Struktur, die den gesamten Zyklus gehalten hat, verteidigen kann. Wenn das bricht, erwartet er ein kontrolliertes, aber anhaltendes Zurücksetzen – kein Zusammenbruch, aber auch keine Fortsetzung.
"I don’t think that we’re going into a year and a half bear market like we always have," sagte er. "Those are a thing of the past… unless the world goes into a terrible recession like Great Depression type thing."
Die entscheidende Linie, die er für Bitcoin im Blick hat, liegt in etwa im Bereich von 111.000$ bis 114.000$, die er im Zusammenhang mit zurückeroberten Widerständen und VWAP-Niveaus erwähnte. "If it doesn’t regain that in a quick timeframe, I think we need to get ready for a larger breakdown and that’s going to be sub $100K," sagte er. Sein erstes Ziel bei einem Breakdown liegt bei etwa $98,500, was mit dem von ihm genannten 12-Monats-Rolling-VWAP übereinstimmt – "unser Bull Market Band in diesem gesamten Zyklus."
Darunter achtet er darauf, ob Käufer aggressiv eingreifen oder gar nicht. Diese Reaktion, sagt er, wird entscheiden, ob $95,000 ein lokaler Ausverkauf und Reset ist oder der Beginn von etwas Schlimmerem.
Der Grund, warum er diesen Moment als "do or die" betrachtet, ist, dass Bitcoin im Gegensatz zu früheren Phasen im Zyklus nicht mehr sofort von der Unterstützung abprallt. Während des Aufstiegs, sagt Dom, folgte Bitcoin einem einzigen klaren Muster: Brich einen großen Widerstand, teste ihn einmal und explodiere dann höher. "Any time that we cleared resistance, we held that as support," sagte er. "It’s been a perfect pattern throughout the entire cycle."
Dieses Verhalten hat sich nun geändert. Nach dem Liquidationsereignis am 10. Oktober und der kurzfristigen Stärke rund um die Entscheidung der Fed und die China-Schlagzeilen stagnierte Bitcoin. Es brach über den Widerstand hinaus, blieb dann aber "vier oder fünf Monate" dort, expandierte nicht und verliert nun an dem exakten Punkt an Schwung, den Käufer zuvor mit Dringlichkeit verteidigten.
"Somebody does not believe that this is a discount," sagte er. "We’ve had so many bounces at the same price and buyers just aren’t interested. What’s going to get them interested? Logically lower prices."
Dies ist für ihn klassische Auktionstheorie. In starken Aufwärtstrends wird der erste Retest eines Schlüsselwerts sofort gekauft, weil die Teilnehmer ihn als billig ansehen. Jetzt, sagt er, zeigt der Orderflow Zögern, keine Dringlichkeit. So bilden sich tatsächlich Tops im Krypto-Markt: nicht eine dramatische Kerze, sondern Käufer, die sich weigern, dasselbe Niveau zum fünften Mal zu verteidigen.
Er wies auch direkt auf die geringe Liquidität in den großen Spot-Büchern hin. Auf Coinbase sagte er, "these order books are empty… nobody’s saving us down here." Er beschrieb nur dünnes passives Kaufinteresse bei $100,000 – "that’s only 170 Bitcoin. That’s really not much" – und starken aktiven Verkaufsdruck auf Binance. "People are actively market selling… and we don’t have anyone on the other side to absorb that pressure." Seine Schlussfolgerung: Dies ist genau das Setup, das schnellen Luftbewegungen nach unten vorausgeht, wenn ein Schlüsselwert bricht.
Diese Zerbrechlichkeit ist nicht hypothetisch. Dom sagt, der Crash vom 10. Oktober hat bereits gezeigt, wie abhängig der Krypto-Markt noch von einigen wenigen Market-Makern ist. "We basically slid through an empty order book," sagte er. "It proves how fragile crypto really is… If their risk systems say, ‘Hey, we’re not going to quote this,’ markets are going to crash like they did."
Kein 80%-Crash dieses Mal
Trotzdem gehört Dom nicht zu der Fraktion, die denkt, dass der Zyklus für immer vorbei ist. Er glaubt, dass sich der Markt strukturell verändert hat und dass die meisten Händler immer noch ein Mentalmodell von 2021 in einem Markt von 2025 verwenden.
Er argumentiert, dass Bitcoin jetzt ein institutionelles Instrument ist, kein rein spekulatives Einzelhandelsinstrument. "This right here has been a very steady staircasing kind of growth," sagte er. "The difference… is that this was really pushed because of institutions. I think the institutions were the main driver behind this cycle… ETFs launched and we’ve kind of just staircased our way up."
Dieses langsame, kontrollierte Wachstum ist der Grund, warum er die These ablehnt, dass Bitcoin nach dem Erreichen des Tops den klassischen -80%igen Rückgang erleben wird. Er nennt den neuen Fluss "parked money" – Kapital aus ETFs, Unternehmensschätzen, Allokatoren und "finanzielle Berater, 401k-Geld", das nicht bei jeder 5%-Bewegung panisch verkauft wird. "They’re not calling you every other day and saying, ‘Oh, you know, it’s down 5%. Let’s sell it,’" sagte er.
Er wies auch darauf hin, dass dieser Zyklus das alte Allzeithoch kaum verdoppelt hat, anstatt senkrecht zu steigen, und sogar neue Hochs vor dem Halving gedruckt hat. In seiner Sichtweise, wenn das Aufwärtsblow-off gedämpft und institutionell war, ist die Abwärtsbewegung wahrscheinlich ebenfalls gedämpft und institutionell.
Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde BTC bei $110,280 gehandelt.

