Bitcoin: 500 Milliarden ausgelöscht – Warnung vor „Todesspirale“
Halbe Billion in Tagen vernichtet
Seit dem 29. Januar hat der Kryptomarkt laut CoinGecko rund 467,6 Milliarden Dollar verloren.
Bitcoin fiel am Dienstag auf 72.877 US-Dollar, das niedrigste Niveau seit der Wiederwahl Donald Trumps im November 2024. Zwischenzeitlich erholte sich der Kurs auf rund 74.800 Dollar, rutschte dann jedoch erneut in Richtung 73.000 Dollar.
Vom Rekordhoch im Oktober liegt Bitcoin inzwischen rund 40 Prozent im Minus – trotz institutioneller Nachfrage und einer offiziell kryptofreundlichen US-Regierung.
Liquidationswelle verschärft Druck
Der Kursrückgang löste massive Zwangsliquidationen aus:
- 6,67 Milliarden Dollar liquidierte Positionen seit 29. Januar (CoinGlass)
- Über 700 Millionen Dollar allein in den letzten 24 Stunden
Diese erzwungenen Verkäufe verstärken den Abwärtsdruck – ein klassischer Mechanismus in stark gehebelten Märkten.
Michael Burry warnt vor „Todesspirale“
Investor Michael Burry verschärft die Debatte. In einem Substack-Beitrag spricht er von einer möglichen „Todesspirale“. Seine Kernthese:
- Bitcoin sei keine Inflationsabsicherung, sondern reine Spekulation
- Bei weiteren Kursverlusten drohten Bilanzprobleme bei großen Haltern
Konkret nennt er Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy). Sollte Bitcoin weitere 10 Prozent verlieren, könnte das Unternehmen bilanziell stark unter Druck geraten – mit potenziell eingeschränktem Zugang zum Kapitalmarkt.
Der Dominoeffekt laut Burry:
- Bilanzdruck bei stark exponierten Unternehmen
- Vertrauensverlust bei Investoren
- Insolvenzrisiken bei Minern
- Kaskadeneffekte im gesamten Krypto-Ökosystem
ETFs zeigen Nervosität
Auch bei institutionellen Vehikeln kippt die Dynamik:
- Montag: +562 Mio. USD Nettozuflüsse in US-Bitcoin-ETFs
- Dienstag: –272 Mio. USD Abflüsse
Das signalisiert Unsicherheit selbst unter professionellen Investoren.
Stimmung dreht deutlich
Auf Prognoseplattformen spiegelt sich die Skepsis wider:
- 82 % Wahrscheinlichkeit für einen Kursrückgang auf 65.000 Dollar in diesem Jahr
- 72 % Wahrscheinlichkeit für Kurse unter 70.000 Dollar bis 1. März
Der gesamte Kryptomarkt wird aktuell nur noch mit rund 2,5 Billionen Dollar bewertet – nach über 4 Billionen im Oktober. Damit sind rund 1,5 Billionen Dollar an Marktwert verschwunden.
Galaxy-Digital-Chef Mike Novogratz spricht offen davon, dass das Mantra „Halten, egal was passiert“ gebrochen sei.
Strukturelle Frage: Korrektur oder Systemrisiko?
Historisch sind Rückgänge von 30 bis 50 Prozent im Kryptomarkt nichts Ungewöhnliches. Neu ist jedoch:
- Hohe institutionelle Beteiligung
- Starke ETF-Verflechtung
- Unternehmensbilanzen mit erheblicher Bitcoin-Exposure
Sollte der Verkaufsdruck anhalten, könnten klassische Finanzmarktmechanismen – Kreditverknappung, Margin Calls, Refinanzierungsprobleme – stärker in den Kryptosektor durchschlagen als in früheren Zyklen.
Noch ist von einer systemischen Krise nicht die Rede. Doch die Dynamik zeigt: Der Markt befindet sich in einer Phase, in der Vertrauen wichtiger ist als Narrative.


