Birushana: Winds of Fate im Test: Mehr Liebe, weniger Krieg
Birushana: Winds of Fate ist die Fandisc zu Birushana: Rising Flower of Genpei, welches 2022 für die Nintendo Switch auf den Markt kam. Wie es sich für Fandiscs gehört, fokussiert sich der Titel auf die Heldin und die Bachelor nach dem Ende des Hauptspiels. Weswegen ihr dieses unbedingt gespielt haben solltet, damit die Fandisc Sinn macht.
Die Fandisc ist in zwei Modi aufgeteilt. „What Comes After“ folgt den After Stories von Shanao und den fünf Bachelors aus dem Hauptspiel. Die Stories setzen hierbei direkt nach den Happy Endings an. Man merkt: Es gibt hier keine Entscheidungen. Die Story läuft einfach durch und ihr müsst euch nur zurücklehnen und genießen.
Mit insgesamt 3 Kapiteln pro Charakter sind die After Stories auch recht schnell abgehandelt. Die Stories sind aber auch mehr leichte Kost und fokussieren sich mehr auf Romance und Slice-of-Life-Feeling.
„What Comes After“: Epiloge voller Ruhe und Romantik
Noritsune Taira ist nun mit der Heldin verheiratet, die beiden leben ein eher ruhiges Leben in einem kleinen Dorf, weg von Kyoto. Sie versuchen sich in ihr neues Leben als Ehepaar und in ihrem normalen Leben einzufinden. Sie fischen und farmen und genießen ihre gemeinsame Zeit miteinander.
Shungen und Shanao hingegen, nachdem sie ihren eigenen Tod vorgetäuscht haben im ersten Spiel, haben sich einer reisenden Schauspielgruppe namens Izayoi angeschlossen, um unbemerkt sich fortzubewegen. Shanao nutzt dabei ihre Schwertkunst als Tanz, während Shungen sie auf seiner Flöte begleitet. Die beiden erfreuen sich recht bald großer Beliebtheit bei den Zuschauern.
Yoritomo Minamoto und Shanao leben auf seinem Anwesen, während Shanao sich von ihren Verletzungen erholt. Kaiser Go-Shirakawa drängt Yoritomo zu einer politischen Heirat. Doch Yoritomo hat nur Augen für Shanao und schmiedet mit der Unterstützung des Fürsten Hidehira einen geschickten Plan. Shanao, deren Genji-Herkunft offiziell nicht bekannt ist, soll von Hidehira adoptiert werden. Dies ermöglicht Yoritomo die Ehe mit seiner großen Liebe und stärkt gleichzeitig die politischen Beziehungen des Genji-Clans zum neutralen Staat Hiraizumi.
Benkei und Shanao haben ein Dilemma: Sie lieben sich und möchten ihre Beziehung gerne öffentlich machen, was allerdings problematisch ist. Shanao ist eine Prinzessin und Benkei ein Mönch, weshalb die beiden ihre Beziehung geheim halten müssen. Dennoch kommt die Liebe und Zweisamkeit zwischen den beiden nicht zu kurz.
Die After Story von Tomomori Taira und Shanao ist recht gewöhnungsbedürftig, zumindest für meinen Geschmack. Die beiden sind verheiratet und schwelgen im Luxus. Tomomori ist allerdings ein sehr besitzergreifender und anhänglicher Ehemann, was ich etwas kritisch beobachtet habe. Shanao darf sich zum Beispiel nicht mit ihren Genji-Freunden treffen, es sei denn, er begleitet sie. Das Gute ist, dass Shanao ihm die ehelichen Pflichten verweigert und so etwas gegen diese übergriffige Art entgegenhält.
Neue Wege im „Turning a New Leaf“-Modus
Wie schon erwähnt, gibt es zwei Modi in der Fandisc. Der „Turning a New Leaf“-Modus bringt neue Bachelor und somit neue Routen ins Spiel. Sie zweigen auf halbem Weg durch die Ereignisse des ersten Spiels ab. Die Routen sind mit knapp 5 Kapiteln und zwei Enden auch relativ überschaubar.
Tadanobu Sato ist der jüngere der Sato-Brüder. Er ist Lord Hidehira und Shanaos Gefolgsmann und sehr loyal und stark, wenn auch nicht der smarteste. Ich liebe ja diese Art von Charakter, er hat ein sonniges Gemüt, auch wenn er vielleicht etwas schroff wirkt. Vor allem nachdem er Shanaos wahres Geschlecht erfährt, schlägt der Chaoten-Charme von Tadanobu zu.
Tsugunobu Sato ist der ältere der Brüder und ganz anders als sein kleiner Bruder. Auch er wird zu einem von Shanaos Gefolgsmännern. Er ist kultiviert, sanftmütig und sieht sich mehr als Werkzeug und würde für Shanao sein Leben geben. Selbst nachdem er von Shanaos wahrem Geschlecht weiß, bleibt er ihr unerschütterlich loyal.
Als drittes hatte ich mir Takatsuna Sasaki vorgenommen. Sein Vater diente unter Shanaos Vater und er möchte dem Beispiel seines Vaters folgen. Seine Route ist leider sehr vollgestopft mit allgemeinen Themen rund um die aktuellen Ereignisse, was schade ist, denn die beiden haben eine echt gute Chemie gehabt. Ich mochte Takatsuna echt gerne, er fällt mehr unter den Sunshine-Charakter. Er erinnerte mich ein bisschen an Syo Kurusu aus dem UtaPri-Franchise.
Shigehira Taira ist Tomomoris jüngerer Bruder, welchen er sehr respektiert. Shigehira ist ehrlich gesagt ein bisschen durchgeknallt. Er kämpft nicht um zu gewinnen, sondern weil er einfach gerne Blut fließen sieht. Keine Ahnung, ob man ihn sogar unter den Yandere-Archetypen einordnen könnte. Denn Shanao gegenüber ist er loyal und er freut sich über jedes kleine Kompliment von ihr, während er auf dem Schlachtfeld abgeht wie ein Psychopath. Ich wurde mir nicht ganz einig, ob ich ihn mag oder nicht, um ehrlich zu sein.
Fazit zu Birushana: Winds of Fate
Birushana: Winds of Fate ist genau das, was eine Fandisc sein soll: eine konsequente Fortsetzung der Beziehungen aus dem Hauptspiel, mit klarem Fokus auf Romantik und After Stories. Wer bereits Freude an Birushana: Rising Flower of Genpei hatte, bekommt hier deutlich mehr Zeit mit den Charakteren und kann ihre Entwicklungen nach den jeweiligen Enden in Ruhe weiterverfolgen.
Der „Turning a New Leaf“-Modus ergänzt das Ganze sinnvoll um neue Routen, auch wenn die Qualität der einzelnen Geschichten schwankt und nicht jede Route gleich stark ausfällt. Einige Figuren profitieren enorm von der zusätzlichen Zeit, während andere eher wie Nebenvarianten wirken.
Insgesamt bleibt ein solider Otome-Titel, der weniger experimentiert und stattdessen genau das liefert, was Fans erwarten: mehr Beziehungsmomente, mehr Abschluss und mehr Zeit mit den bekannten Charakteren. Wer genau das sucht, wird hier sehr gut bedient.







