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Big Tech im Bewertungs-Reset – sind die „Big 6“ wieder kaufenswert?

10. Februar 2026, 07:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Big Tech im Bewertungs-Reset – sind die „Big 6“ wieder kaufenswert?
Foto: Eulerpool
Die großen US-Technologiekonzerne wachsen operativ weiter – doch an der Börse herrscht Skepsis. Nach milliardenschweren Investitionsankündigungen und teils zweistelligen Kursrückgängen sind die Bewertungen spürbar gefallen. Ein Blick auf Gewinnentwicklung, Margen und Kurs-Gewinn-Verhältnisse zeigt: Übertreibungen sind seltener geworden – und einige Titel wirken wieder attraktiv.

Gewinne wachsen schneller als Kurse

Amazon, Alphabet, Apple, Meta, Microsoft und Nvidia – die „Big 6“ – steigerten ihre Nettogewinne in den vergangenen fünf Jahren um 203 Prozent. Die restlichen 494 Unternehmen im S&P 500 kamen im selben Zeitraum auf 130 Prozent.

Gleichzeitig sind mehrere Aktien seit Monaten unter Druck. Das Ergebnis: sinkende Bewertungskennzahlen trotz weiter steigender Gewinne. Vier der sechs Konzerne notieren inzwischen unter ihrem jeweiligen Zehnjahres-Durchschnitt beim KGV.

Amazon: 47 Prozent unter dem Bewertungsdurchschnitt

Amazon kündigte Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar an – deutlich mehr als erwartet. Der Kurs reagierte mit einem Einbruch von knapp zehn Prozent.

Operativ bleibt das Wachstum intakt:

  • Nettogewinn 2025: +31 Prozent auf 77,7 Mrd. Dollar
  • Erwarteter Gewinn 2026: 85,8 Mrd. Dollar (+10 Prozent)

Das KGV liegt bei 23,8 auf Basis der kommenden vier Quartale – rund 47 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Das ist der größte Bewertungsabschlag innerhalb der Big 6.

Allerdings bleibt Amazon ein Sonderfall: Gewinne werden traditionell zugunsten von Expansion geopfert, Dividenden gibt es nicht. Historisch hat sich diese Strategie ausgezahlt – die Aktie legte in zehn Jahren um 780 Prozent zu.

Alphabet: Stark profitabel, aber teuer

Alphabet überzeugte mit 18 Prozent Umsatz- und 30 Prozent Gewinnwachstum im Quartal. Das Cloud-Geschäft wuchs um 48 Prozent. Die Nettomarge liegt bei beeindruckenden 35,8 Prozent.

Dennoch fiel der Kurs. Grund sind geplante Investitionen von bis zu 185 Milliarden Dollar – deutlich mehr als erwartet.

Mit einem KGV von 27,7 ist Alphabet 36 Prozent teurer als im Zehnjahresdurchschnitt. Hier ist viel Optimismus bereits eingepreist.

Nvidia: Bewertung stark normalisiert

Nvidia bleibt der Profitabilitätsprimus:

  • Umsatz +62 Prozent
  • Nettomarge 56 Prozent

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Nettogewinn von umgerechnet 179 Milliarden Euro – rund 4000 Prozent mehr als 2022. Der Kurs stieg im selben Zeitraum „nur“ um 460 Prozent.

Das historische KGV von 44 (Trailing) relativiert sich deutlich: Auf Basis der erwarteten Gewinne sinkt es auf knapp 23. Damit notiert Nvidia rund 30 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Bilanzielle Risiken sind gering, da Nvidia keine eigenen Chipfabriken betreibt. Die Risiken liegen primär in einer möglichen Abschwächung der KI-Nachfrage oder wachsender Konkurrenz.

Apple: Qualität hat ihren Preis

Apple meldete 16 Prozent Umsatz- und Gewinnwachstum. Das iPhone 17 trug maßgeblich zum Rekordumsatz von 144 Milliarden Dollar bei. Auch das Dienstleistungsgeschäft und China entwickelten sich stark.

Mit einem KGV von 31,5 ist Apple jedoch 30 Prozent höher bewertet als im Zehnjahresschnitt – und damit der teuerste Titel unter den Big 6.

Die hohe Bewertung reflektiert stabile Margen von 26,9 Prozent und ein einzigartiges Ökosystem mit starker Kundenbindung. Doch die Aktie reagiert sensibel, sollte das Wachstum nachlassen.

Microsoft: Bewertungsabschlag trotz Premium-Marge

Microsoft verlor zuletzt 15 Prozent, obwohl Umsatz (+15 Prozent) und Cloud (+39 Prozent) stark wuchsen.

Das KGV liegt bei 22,9 – rund 14 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Mit Nettomargen von 36 Prozent bleibt Microsoft einer der profitabelsten Konzerne weltweit.

Die hohe Investitionsquote sorgt für Unsicherheit, doch die fundamentale Qualität ist intakt. Analysten sprechen fast geschlossen Kaufempfehlungen aus.

Meta: Günstig, aber mit operativen Risiken

Meta ist mit einem KGV von 20,2 der günstigste Titel im Sextett. Das liegt leicht unter dem eigenen Zehnjahresschnitt.

Operativ wächst das Werbegeschäft robust (+24 Prozent Umsatz), doch der Gewinn sank 2025 leicht. Massive Investitionen in KI und die verlustreiche Sparte Reality Labs belasten.

Mit 3,6 Milliarden täglichen Nutzern bleibt das Plattformpotenzial enorm. Die Frage ist, wann sich die Investitionen in nachhaltiges Gewinnwachstum übersetzen.

Fazit: Keine Blase, sondern Selektivität

Die Kursrückgänge haben die Bewertungslandschaft bei Big Tech deutlich verändert. Riskante Überbewertungen sind eher die Ausnahme.

  • Am günstigsten: Meta und Nvidia
  • Größter Bewertungsabschlag: Amazon
  • Solide mit Abschlag: Microsoft
  • Ambitioniert bewertet: Alphabet
  • Am teuersten: Apple

Die entscheidende Variable bleibt die Kapitalallokation. Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur drücken kurzfristig die Margen, könnten aber langfristig neue Wachstumszyklen einleiten.

Der Markt bewertet Big Tech nicht mehr pauschal mit einem KI-Bonus. Stattdessen differenziert er stärker nach Kapitaldisziplin, Margenqualität und Nachhaltigkeit des Wachstums.

Das ist kein Crash-Szenario – sondern eine Normalisierung.

Finanzen / Business / Big Tech / Aktien / Gewinne / Bewertungen / Investitionen
[Eulerpool News] · 10.02.2026 · 07:00 Uhr
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