Bezahlkarten für Asylbewerber: Ein umstrittenes Instrument gegen Migration?

In Deutschland steht ein neues Kapitel in der Debatte um die Unterstützung für Asylbewerber bevor: die flächendeckende Einführung von Bezahlkarten.
Ein Ansatz, der von den Grünen ohne bundesweite Gesetzesänderung vorangetrieben wird, während SPD und FDP eine solche für notwendig halten.
Doch die Kernfrage, ob diese Maßnahme tatsächlich die erhoffte Wirkung auf die Migrationszahlen haben wird, bleibt umstritten.
Mastercard-Chef äußert Skepsis
Peter Robejsek, der Deutschlandchef des Finanzriesen Mastercard, steht dem neuen System zwar grundsätzlich positiv gegenüber, äußert jedoch ernsthafte Zweifel an seiner beabsichtigten Hauptwirkung.
„Ein so triviales Detail hätte meine Eltern nicht von der Flucht vor dem Kommunismus abgehalten,“ so Robejsek in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“.

Seine Eltern sind selbst einst aus der Tschechoslowakei nach Deutschland geflüchtet. Die Annahme, dass eine Bezahlkarte Menschen in existentiellen Notsituationen von der Migration abhalten könnte, hält er für wenig plausibel.
Eine Frage der Praktikabilität
Trotz seiner Skepsis gegenüber der migrationssteuernden Funktion sieht Robejsek in den Bezahlkarten vor allem praktische Vorteile. Die Ausgabe von Bargeld und Sachgütern an Geflüchtete sei für die Verwaltungen eine teure und umständliche Angelegenheit.
Bezahlkarten könnten diesen Aufwand deutlich reduzieren und somit im Interesse der Steuerzahler sein. Diskriminierung befürchtet der Mastercard-Chef durch die Einführung des Systems nicht.

