Bewertung von Birkenstock könnte bei neun Milliarden Dollar liegen
In wenigen Tagen wird erwartet, dass der traditionsreiche deutsche Sandalenhersteller Birkenstock sein Debüt an der Börse in den USA feiern wird.
Mit einer möglichen Bewertung von 8,2 bis 9,2 Milliarden US-Dollar, wie aus dem am Montag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht, ist dieser Börsengang ein wichtiger Schritt für das Unternehmen aus Linz am Rhein.
Die Erstnotiz unter dem Symbol BIRK ist Finanzkreisen zufolge für den 11. Oktober geplant. Das Emissionsvolumen beträgt bei einem Preis von 44 bis49 US-Dollar pro Aktie 1,42 bis 1,58 Milliarden US-Dollar. Von den angebotenen 32,3 Millionen Aktien stammen 10,8 Millionen aus einer Kapitalerhöhung, bei der die Erlöse dem Unternehmen zugute kommen werden.
Der Rest stammt vom Private-Equity-Eigentümer L Catterton.
Bei vollem Ausnutzen der Mehrzuteilungsoption werden rund 17 Prozent der Aktien in Streubesitz übergehen. Dadurch erhöht sich die Gesamtzahl der Birkenstock-Aktien um 15 Millionen auf 203 Millionen und die Gesamtbewertung könnte bis zu knapp zehn Milliarden US-Dollar erreichen.
Zu den namhaften Investoren zählen unter anderem Financière Agache, die private Holding von LVMH-Großaktionär Bernard Arnault, sowie Durable Capital Partners und der norwegische Staatsfonds Norges. Sie haben laut Prospekt signalisiert, Aktien im Wert von insgesamt 625 Millionen US-Dollar zeichnen zu wollen und unterstützen damit den Börsengang als sogenannte Cornerstone-Investoren.
Das erfolgreiche Gelingen des Birkenstock-Deals wäre ein bedeutendes Signal für den Neuemissionsmarkt.
Zuletzt sorgten Chipdesigner Arm und Einkaufslieferdienst Instacart mit großen IPOs für Aufsehen, die jedoch zuletzt um den Ausgabepreis notierten. In Deutschland fand vergangene Woche der Börsengang des Arzneiverpackungsherstellers Schott Pharma statt, während in dieser Woche das Debüt des Panzergetriebeherstellers Renk erwartet wird. Weitere Deals sind in Vorbereitung.
Die Birkenstock-Gründerfamilie hatte im Jahr 2021 die Mehrheit an der Firma für 4,9 Milliarden US-Dollar an die Private-Equity-Gesellschaft L Catterton verkauft. Seitdem hält der Finanzinvestor rund 65 Prozent der Anteile, während LVMH-Gründer Arnault über Agache etwa 20 Prozent besitzt. Die restlichen Anteile bleiben bei der Gründerfamilie.
Der Börsenprospekt unterstreicht die Wachstumsperspektiven von Birkenstock. Der globale Schuhmarkt hatte im vergangenen Jahr ein Umsatzvolumen von 340 Milliarden Euro und soll laut Marktprognosen von Euromonitor bis zum Jahr 2027 auf 430 Milliarden Euro steigen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von fünf Prozent.
Birkenstock sieht sich dabei im Vorteil, da der Markt zersplittert ist und die fünf größten Marken nur 20 Prozent des Marktes ausmachen. Das Unternehmen schätzt daher seine Chancen gut ein, seinen weltweiten Marktanteil von bisher nur einem Prozent deutlich zu steigern.
Besonders der asiatische Markt, der mit jährlich 5,9 Prozent das schnellste Wachstum verspricht, soll zukünftig im Fokus stehen.
In Bezug auf die Finanzen erwirtschaftete Birkenstock im Jahr 2022 einen Umsatz von 1,24 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn (Ebitda) von 435 Millionen Euro.
Für 2023 wird ein deutliches Wachstum erwartet, wie auch die Zahlen für das erste Halbjahr 2023 zeigen. Die Erlöse betrugen in diesem Zeitraum 646 Millionen Euro und das bereinigte Ebitda 224 Millionen Euro. Der Nettogewinn betrug 40 Millionen Euro. Mit dem Börsengang möchte Birkenstock weiteres Wachstum finanzieren und Schulden zurückzahlen.

