Berlusconi-Familie erhöht Einsatz im Poker um ProSiebenSat.1
Im spannenden Rennen um die Einflussnahme beim deutschen Mediengiganten ProSiebenSat.1 hat die Berlusconi-Familie einen bemerkenswerten Zug gemacht. Ihre Holding, MediaForEurope (MFE), hat das Kaufangebot für ProSiebenSat.1 erheblich aufgestockt. Während die Bargeldkomponente von 4,48 Euro je Aktie unverändert bleibt, überraschte MFE mit einer Erhöhung des Aktienanteils. Statt ursprünglich 0,4 Aktien bietet die Holding nun 1,3 eigene Aktien zusätzlich an. Dies führt zu einem Gesamtwert von 8,62 Euro je Aktie.
Dieser taktische Schritt legt nahe, dass die Berlusconi-Familie entschlossen ist, ihren Einfluss bei ProSiebenSat.1 zu festigen, insbesondere da ihre Stimmrechte zuletzt bei etwa 30,1 Prozent lagen. Die Reaktion des Marktes war prompt: Die Aktie von ProSiebenSat.1 verzeichnete vorbörslich einen Anstieg um rund zehn Prozent. Die Frist zur Annahme dieses attraktiven Angebots läuft jedoch weiterhin bis zum 13. August.
Derweil bleibt auch der tschechische Finanzinvestor PPF im Rennen. Mit einem Gebot von 7,00 Euro je Aktie plant PPF, seinen Anteil von derzeit 15 Prozent auf nahezu 29,99 Prozent zu erhöhen. Diese Bieterschlacht verdeutlicht, wie wichtig der Einfluss der Großaktionäre auf die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens ist.

