Berliner Automatisierungs-Start-up n8n strebt Milliardenbewertung an
Gerade einmal vier Monate nach seiner letzten Finanzierungsrunde verhandelt das Berliner Softwareunternehmen n8n über eine erneute Kapitalaufnahme – diesmal zu einer Bewertung von über 1,5 Mrd. US-Dollar. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen könnte das Unternehmen dabei mehr als 100 Mio. US-Dollar frisches Kapital einwerben. Noch ist nichts final entschieden, die Gespräche dauern an.
Das Unternehmen automatisiert Geschäftsprozesse mithilfe künstlicher Intelligenz und verzeichnet ein rasantes Wachstum: Die annual recurring revenue liegt laut Insidern bei etwa 40 Mio. US-Dollar, ein Verfünffachung innerhalb von zwölf Monaten. In der im März abgeschlossenen Series-B-Runde lag die Bewertung noch bei rund 300 Mio. Euro. Zu den Investoren zählen unter anderem Highland Europe, Sequoia, HV Capital, Felicis, Firstminute und Runa Capital.
n8n zählt nach eigenen Angaben über 230.000 aktive Nutzer. Kunden wie Delivery Hero und StepStone setzen die Plattform zur Automatisierung interner Abläufe ein. Das Modell setzt damit auf AI-Anwendungen mit unmittelbarem Nutzen für Geschäftskunden — ein Ansatz, der europäischen Start-ups zunehmend Rückenwind verschafft.
Während in den USA und China generative AI auf Foundation-Modelle wie GPT oder Claude fokussiert, wächst in Europa ein Ökosystem spezialisierter Anbieter. Neben n8n gehören Synthesia, DeepL oder das Verteidigungstechnologieunternehmen Helsing zu jenen, die jüngst Bewertungen im Milliardenbereich erzielen konnten. Auch Mistral AI aus Frankreich und Lovable aus Schweden haben neue Finanzierungsrunden mit hoher Nachfrage abgeschlossen.
Laut PitchBook flossen im ersten Halbjahr 2025 etwa 29,2 Mrd. Euro Risikokapital in europäische Start-ups — ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Doch ein Drittel dieser Mittel entfiel auf AI-Unternehmen, was den strategischen Fokus der Investoren klar erkennen lässt.


