Bereit für den digitalen Aufbruch: Deutschlands elektronische Patientenakte startet verpflichtend
Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in deutschen Arztpraxen nimmt Fahrt auf. Kurz vor dem Stichtag haben bereits 1,37 Millionen Versicherte bei der Techniker Krankenkasse (TK), den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und der Barmer ihre E-Akten aktiviert. Ein Anstieg von 170.000 seit Juli zeigt das steigende Interesse der Versicherten, während die Krankenkassen darauf setzen, dass der erzwungene Ausbau der ePA-Nutzung ab dem 1. Oktober endlich den breiten Durchbruch bringt.
Ab Mitte der Woche wird es für medizinisches Personal zur Pflicht, Patientendaten in die ePA einzupflegen. Dieses umfassendere Engagement wird erwartet, um die Anbindung von fast 70 Millionen gesetzlich versicherten Bürgern, die bereits eine ePA besitzen, weiter zu steigern. TK-Chef Jens Baas betont die Notwendigkeit, die ePA voll in den medizinischen Alltag zu integrieren, damit die Patienten von dem digitalen Fortschritt profitieren können.
Bisher haben sich viele Praxen freiwillig beteiligt, doch die verbindliche Nutzung ab Oktober ist der nächste große Schritt. Rund zwei Drittel der deutschen Arztpraxen, fast 20.000 Zahnarztpraxen und viele Kliniken und Apotheken nehmen bereits teil. Dennoch müssen Krankenkassen und Patienten weiterhin auf Softwarelösungen warten, die eine lückenlose Nutzung ermöglichen - was für einige Praxen zum 1. Oktober noch eine Herausforderung darstellen könnte.
Der Fortschritt ist auch bei den privaten Versicherern spürbar, obwohl dort die Implementierung in kleinerem Umfang erfolgt. Fünf private Krankenversicherungsunternehmen bieten mittlerweile die ePA an, die von über 3,7 Millionen Privatversicherten genutzt werden könnte. Diese Entwicklungen sollen den Weg für die ePA als lebenslangen digitalen Begleiter ebnen, der nicht nur Rezepte und Befunde, sondern eine umfassende Gesundheitsdatenverwaltung zentralisiert.

