Belastete Investoren und fallende Kurse: Ein turbulenter Tag an den europäischen Börsen
Am Dienstag geriet der deutsche Aktienmarkt erheblich unter Druck: Der Dax fiel deutlich unter die entscheidende Marke von 24.000 Punkten, die er erst am Vortag überwunden hatte. Er schloss mit einem Minus von 2,29 Prozent bei 23.487,33 Punkten und unter dem wichtigen 100-Tage-Durchschnitt. Der MDax der mittelgroßen Werte verzeichnete einen Rückgang von 2,76 Prozent auf 29.604,64 Punkte.
Marktbeobachter Andreas Lipkow kommentierte, dass sich im neuen Handelsmonat viele Risikofaktoren entfalten, die die Märkte beeinflussen könnten. Dazu zählen die Folgen der US-Zölle, der Einfluss des Ukraine-Konflikts sowie die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank. Auch der schwache Start der US-Börsen nach einem verlängerten Wochenende lastete auf dem Markt. Steigende Zinsen und Sorgen über die Staatsverschuldung Frankreichs verstärken die Unsicherheiten zusätzlich.
Die Renditen von Staatsanleihen erreichten neue Höchststände: 30-jährige Bundesanleihen verzeichneten den höchsten Stand seit 2011, und auch in den USA und Großbritannien stiegen die Anleiherenditen kräftig. In Frankreich überstieg die Rendite für 10-jährige Anleihen sogar die der griechischen. Der Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners erklärte, dass diese Entwicklung zu höheren Finanzierungskosten führt, die die Unternehmensgewinne belasten.
Insbesondere Immobilienwerte kamen unter Druck und waren europaweit der schwächste Sektor. Vonovia war im Dax das Schlusslicht mit einem Verlust von 6,1 Prozent, während LEG Immobilien, Aroundtown und TAG Immobilien stark im MDax verloren. Der Dialysespezialist FMC fiel um 5,3 Prozent nach einer Verkaufsempfehlung der UBS. Siemens-Aktien gaben um 4,4 Prozent nach, beeinflusst von einer Abstufung durch Bernstein Research, während Commerzbank nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley um 2,8 Prozent nachgab.
Im SDax erlebte SMA Solar einen drastischen Einbruch von 29,3 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Prognose gesenkt und einen operativen Verlust angekündigt hatte. Der Motorenbauer Deutz jedoch profitierte vom geplanten Erwerb der Sobek Group und stieg um 4,3 Prozent. PVA Tepla hingegen verzeichnete nach Gewinnmitnahmen einen Verlust von 3,4 Prozent trotz der Bestätigung seiner Mittelfristziele.
Auch die europäischen Märkte waren betroffen: Der französische CAC 40, der britische FTSE 100 und der SMI in Zürich verzeichneten alle Verluste, während der EuroStoxx 50 um 1,42 Prozent auf 5.291,04 Punkte fiel.

