Mobilfunk

Bei schlechtem Handynetz: Tests für Rechtsanspruch gehen los

20. April 2026, 05:10 Uhr · Quelle: dpa
Mobilfunkmast
Foto: Wolf von Dewitz/dpa
Einer von zehntausenden Mobilfunk-Standorten in Deutschland.
Auf dem Papier ist der Handyvertrag bombastisch gut, in der Wirklichkeit die Verbindung aber mies: Wer so eine Erfahrung macht, kann nun Tests für einen rechtssicheren Minderungsanspruch starten.

Bonn (dpa) - Handynutzer können bei schlechtem Mobilfunk-Netz ab sofort ein Recht auf Preisminderung oder Sonderkündigung nutzen. Dafür sind Tests mit einer neuen App nötig, die ab Montag heruntergeladen und genutzt werden kann, wie die Bundesnetzagentur in Bonn mitteilte. 

Bei Handyverträgen geben die Netzbetreiber eine geschätzte maximale Übertragungsrate an. Aus Sicht von Verbraucherschützern versprechen die Betreiber häufig zu viel und der Wert bleibt bisweilen Theorie. Deutschlands Handynetze sind in den vergangenen Jahren nach Milliardeninvestitionen besser geworden, besonders auf dem Land ärgern sich Verbraucher aber immer mal wieder über Schneckentempo-Verbindungen oder gar kein Netz.

Wer testet, muss Ausdauer haben

Die ab Montag verfügbare App heißt «Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk». Im Festnetz-Internet gibt es bereits eine separate App, die bislang aber nur mäßig genutzt wird. Bei den nun möglichen Tests für das Mobilfunk-Minderungsrecht sind Schwellen vorgesehen. Ist man in einer dünn besiedelten Gegend, müssen die Netzverbindungen mindestens 10 Prozent der vertraglich zugesicherten Maximalgeschwindigkeit erreichen. In Gegenden mit mittlerer Haushaltsdichte müssen 15 Prozent erreicht werden und in dicht besiedelten Gegenden 25 Prozent. 

Diese Schwellen müssen aber nicht immer übersprungen werden, sondern nur wenige Male. Es müssen «erhebliche» Abweichungen zwischen Anspruch und Wirklichkeit erwiesen sein, wie es im Gesetz formuliert ist. 30 Messungen sind nötig, verteilt auf fünf Tage. Wird die Mindestschwelle an drei Tagen kein einziges Mal erreicht, so greift der Rechtsanspruch. Die Messungen dürfen überall im Bundesgebiet gemacht werden. 

Automatische Preisreduzierungen sind nicht inbegriffen in dem Rechtsanspruch: Die konkreten Folgen - also wie viel Euro er weniger zahlen muss oder wann er aus dem Vertrag rauskommt - muss der Verbraucher mit seinem Anbieter klären und notfalls vor Gericht ziehen. Dort hätte er angesichts des schriftlich verbrieften Minderungsanspruchs gute Chancen auf Erfolg.

Verbraucherschützer werten das Minderungsrecht grundsätzlich positiv, seine konkrete Ausgestaltung halten sie aber für zu kompliziert und zu lasch. Die Telekommunikationsanbieter halten wenig von dem Regelwerk und warnen vor einem «bürokratischen Ungetüm», wie es der Branchenverband VATM formuliert. Sie appellieren an ihre Kunden, sich doch direkt an den Vertragspartner zu wenden, um eine Lösung zu finden. Nach Angaben von Verbraucherschützern beißen Kunden bei solchen Anliegen bislang aber immer mal wieder auf Granit. Nun verbessert sich ihre Position im Streit mit ihrem Telekommunikationsanbieter.

Telekommunikation / Internet / Verbraucher / Deutschland / Mobilfunk / Bundesnetzagentur
20.04.2026 · 05:10 Uhr
[0 Kommentare]
iPhones erhalten neue Satellitenfunktionen
Apple hat vor kurzem die Pläne für die erweiterte Zusammenarbeit mit dem Satellitenbetreiber Globalstar konkretisiert. Diese Partnerschaft ermöglicht die Bereitstellung von Satellitenfunktionen auf dem iPhone 14, allen Nachfolgemodellen sowie der Apple Watch Ultra. Nun sollen die Geräte weitreichende neue Möglichkeiten erhalten. Geplant sind unter […] (00)
vor 14 Stunden
Flagge von Bulgarien (Archiv)
Sofia - Die Partei Progressives Bulgarien (PB) unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Rumen Radew ist bei der Parlamentswahl in Bulgarien klar stärkste Kraft geworden. Nach der Auszählung von etwa 68 Prozent der Stimmen lag PB mit einem Ergebnis von über 44 Prozent uneinholbar in Führung. Um den zweiten Platz gibt es derweil einen Zweikampf […] (01)
vor 9 Minuten
Charlize Theron
(BANG) - Charlize Theron hat Timothée Chalamet für dessen "leichtfertigen" Aussagen über Ballett und Oper scharf kritisiert. Der 'Marty Supreme'-Darsteller hatte Anfang des Jahres für Aufsehen gesorgt, als er behauptete, "niemand interessiere sich mehr" für diese Kunstformen. Die 'Mad Max: Fury Road'-Schauspielerin zeigte sich davon wenig beeindruckt […] (00)
vor 20 Stunden
15 Jahre nach Release bekommt Portal 2 genau das Upgrade, auf das Fans gehofft haben
Portal 2 wird in diesen Tagen 15 Jahre alt und ausgerechnet jetzt bekommt Valves Klassiker ein überraschend großes Comeback. Nicht durch Valve selbst, sondern durch Fans. Mit der Portal 2: Community Edition ist seit dem 17. April 2026 eine neue, von der Community gepflegte Version als Open Beta auf Steam verfügbar. Kostenlos ist sie auch, allerdings […] (00)
vor 12 Stunden
«One Born Every Minute» kehrt zurück
Die Kult-Doku über Geburten wird nach fast zehn Jahren Pause neu aufgelegt. Der britische Sender E4 bringt ein bekanntes Erfolgsformat zurück: One Born Every Minute erhält eine Neuauflage und soll mit frischen Episoden eine neue Zuschauergeneration erreichen. Produziert wird die Serie erneut von Dragonfly TV, Teil von Banijay UK. Das Format lief ursprünglich zwischen 2010 und 2018 auf Channel […] (00)
vor 17 Stunden
Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen Spiele
Köln (dpa) - Noch bis in die Nacht wurden in Köln die Stimmzettel gezählt, doch die Olympia-Planer in Nordrhein-Westfalen hatten längst den Partybefehl von Ministerpräsident Hendrik Wüst erhalten. «Wir können mit Fug und Recht sagen: Ein historischer Rückhalt für eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute Abend aus […] (00)
vor 1 Stunde
bitcoin, money, finance, cryptocurrency, coin, currency, blockchain, bank, banking, business
Der XRP-Kurs hat seine Verluste ausgeweitet und ist unter die Marke von $1,450 gefallen. Derzeit konsolidiert der Kurs seine Verluste und sieht sich Widerständen bei $1,420 und $1,4370 gegenüber. Der XRP-Kurs begann einen weiteren Rückgang und fiel unter die Zone von $1,3550. Der Kurs handelt nun unter $1,350 und dem 100-Stunden-Simple Moving […] (00)
vor 46 Minuten
Automatischer Transferschalter für redundante Stromversorgung im Serverrack für bis zu 16A
Witten, 18.04.2026 (PresseBox) - Die automatische USV-Bypass-Schaltung des Delta STS16002SR stellt den unterbrechungsfreien Betrieb der kritischen IT- Ausstattung sicher. Die Stromversorgung erfolgt über zwei unabhängige Stromquellen. Dabei schaltet die automatische Transferschalter STS16002SR automatisch von einer Quelle auf die andere um, wenn die für […] (01)
Samstag um 14:03
 
NEOGEO AES+ – Retrokonsole, die die Spielhallen nach Hause brachte
PLAION REPLAI, ein weltweit führender Publisher und Entwickler von Retro-Videospielen […] (00)
Altersnachweis-App der EU innerhalb von 2 Minuten gehackt
Die neue EU-App soll dem Jugendschutz dienen, bislang bietet sie aber Hackern die […] (04)
Review: Redragon K761 Pro „Wyvern“ – Budget-Flaggschiff mit Display-Fokus
Die Redragon K761 Pro „Wyvern“ fällt schon beim ersten Blick aus dem Rahmen […] (00)
Iran-Krieg - Straße von Hormus
Teheran/Washington (dpa) - Kurz nach einer von US-Präsident Donald Trump […] (02)
Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05
Mönchengladbach (dpa) - Borussia Mönchengladbach hat im Abstiegskampf der Fußball- […] (02)
Die wachsende Bedrohung durch Cybersicherheitsprobleme In der heutigen vernetzten Welt ist die Finanzlandschaft zunehmend anfällig für Cyberbedrohungen. Jüngste Vorfälle haben […] (00)
Patrice Aminati
(BANG) - Patrice Aminati übt Kritik an ihrem Ex-Partner Daniel Aminati. Das Paar ist […] (01)
Wachstumssignal aus der Elektro- und Digitalindustrie Die deutsche Elektro- und […] (00)
 
 
Suchbegriff