Bedrohung durch illegalen Zigarettenhandel: Ein unterschätztes Risiko?
Der illegale Handel mit Zigaretten in Deutschland stellt eine ernsthafte Belastung für Gesellschaft und Staat dar, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Philip Morris verdeutlicht. Rund 17 Prozent der Befragten geben an, häufiger mit dem Angebot illegaler Glimmstängel in Kontakt zu kommen. Raucher und Nichtraucher zeigten sich gleichermaßen von der illegalen Ware betroffen, die oftmals aus Osteuropa eingeschleust oder in inländischen Schwarzmarkt-Fabriken produziert wird.
Laut einer KPMG-Studie wurden im letzten Jahr 1,7 Milliarden illegale Zigaretten auf dem Schwarzmarkt verkauft. Dies entspricht einem Umsatzanteil von zwei Prozent am deutschen Zigarettenverbrauch. Der dadurch entstehende Steuerschaden wird auf etwa 400 Millionen Euro jährlich beziffert. Philip Morris Deutschland und die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ fordern daher verstärkte Maßnahmen, um diesem Problem entgegenzuwirken.
Tammo Körner von Philip Morris warnt eindringlich vor den verheerenden Folgen des illegalen Handels. Die Gewinne aus dem Schmuggel fließen in andere kriminelle Aktivitäten, darunter Menschen- und Drogenhandel. Trotz der offensichtlichen Probleme stuft ein Großteil der Bevölkerung den Handel als weniger bedrohlich ein, was aus einer Umfrage hervorgeht.
Körner sieht hierin eine gefährliche Fehleinschätzung, die eindringlich thematisiert werden muss. Mit einer neuen Aufklärungskampagne soll nun über die Risiken und Schadensfolgen illegaler Zigaretten aufgeklärt werden. „Der Zigarettenschmuggel ist längst nicht mehr nur eine Frage der Steuerhinterziehung“, betont Thomas Liebel, BDZ-Bundesvorsitzender. Deutschland entwickle sich immer mehr zu einem bedeutenden Knotenpunkt für die organisierte Kriminalität, was entschiedenes polizeiliches Handeln erfordere.

