Bawag Group AG: Fortschritte bei der Risikotransfer-Offensive
Die in Wien ansässige Bawag Group AG plant für dieses Jahr drei bedeutende Transaktionen im Bereich des schweren Risikotransfers (SRT). Das erste dieser Vorhaben umfasst ein Kreditportfolio von etwa 2,4 Milliarden Euro. Laut gut informierten Kreisen testet der Finanzdienstleister derzeit das Interesse potenzieller Investoren für diese Vorhaben.
Aktuell wird besonders ein Portfolio von österreichischen Immobilienkrediten geprüft. Zur Unterstützung der internen Vorbereitungen in diesem Bereich hat Bawag den erfahrenen Verbriefungsbanker Arturs Stendzenieks von der Raiffeisen Bank International engagiert. Details zur genauen Größe des SRTs, die um die 100 Millionen Euro liegen könnte, werden noch mit Investoren erörtert. Ein Spokesperson von Bawag wollte sich dazu nicht äußern.
CEO Anas Abuzaakouk betont, dass die Bank mit den SRTs plant, Risiken von ihrer Bilanz fernzuhalten, insbesondere nach einer Reihe von Akquisitionen, die die Bilanzsumme um 35% erhöht haben. Typischerweise verkaufen Banken im Rahmen solcher Transaktionen kreditgebundene Schuldverschreibungen, um die ersten 5% bis 15% potentieller Verluste abzudecken.
Zwei weitere SRT-Deals sind für 2025 vorgesehen. Einer davon könnte sich auf ein Kreditportfolio in den Niederlanden beziehen, einem Markt, in dem Bawag mit einer Hypothekeneinheit und der kürzlich erworbenen digitalen Bank Knab NV Fuß gefasst hat. Zudem hat das Unternehmen kürzlich regulatorische Genehmigungen für den Kauf der ehemaligen deutschen Verbraucherkreditsparte von Barclays erhalten.
Bawag gehört mittlerweile zu den kosteneffizientesten Banken Europas und plant im März eine aktualisierte Strategie bekanntzugeben. Das einst primär auf Gewerkschaften und den Öffentlichen Dienst fokussierte Institut entwickelte sich unter der Führung ehemaliger Private-Equity-Führungskräfte zu einem überaus aktiven Akteur im Fusions- und Übernahmemarkt.

