BASF trotzt schwacher Nachfrage: Aktie legt überraschend zu
Im dritten Quartal musste der Chemiegigant BASF erneut eine gedämpfte Nachfrage verzeichnen, wobei der Umsatz aufgrund sinkender Verkaufspreise und ungünstiger Wechselkurse um 3,2 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro zurückging. Trotz diesem Rückgang fiel der Gewinnrückgang geringer aus, als von Analysten erwartet. Die Aktie gehörte zu den stärksten DAX-Titeln in den frühen Handelsminuten, was ein wenig optimistische Stimmung auf dem Parkett verbreitete.
Der Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth betonte das nach wie vor zurückhaltende Kaufverhalten in nahezu allen Branchen und Regionen. Dies fügt dem bereits existierenden wirtschaftlichen Druck durch die global schwache Konjunktur und die US-Zollpolitik weitere Herausforderungen hinzu. Zur Bewältigung dieser Lage hat der Konzern, der seinen Sitz in Ludwigshafen hat, ein milliardenschweres Sparprogramm beschleunigt und seine Geschäftsstruktur entschlossen angepasst.
Für das Gesamtjahr plant BASF nun ein operatives Ergebnis zwischen 6,7 und 7,1 Milliarden Euro, ohne Berücksichtigung des Lacke-Geschäfts, welches im zweiten Quartal des kommenden Jahres an den US-Finanzinvestor Carlyle veräußert werden soll. Der geplante Verkauf soll dem Konzern 5,8 Milliarden Euro vor Steuern einbringen. An der Sparte will BASF 40 Prozent behalten, ein kluger Schachzug, um von zukünftigen Markttrends auch weiterhin zu profitieren.
In der Zwischenzeit verfolgt BASF strategisch das Ziel, von einem breit gefächerten Unternehmen zu einem Konzern mit Fokus auf vier Hauptsparten zu werden: Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care. Im Hinblick auf die finanzielle Gesundheit plant das Unternehmen ab November Aktienrückkäufe in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro aus den Mitteln der bisherigen und bevorstehenden Verkäufe, um die Bilanz zu stärken und die Nettoverschuldung zu senken. Dieses Vorhaben ist Teil eines bereits angekündigten Rückkaufprogramms von insgesamt 4 Milliarden Euro bis Ende 2028.

