BASF trotzt Handelsunsicherheiten und setzt auf Asien
Der weltführende Chemiekonzern BASF bleibt inmitten der unsicheren Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gelassen. Bei der virtuellen Hauptversammlung unterstrich Vorstandschef Markus Kamieth die kluge Positionierung des Unternehmens in allen bedeutenden Regionen weltweit, die den Konzern auch in diesen volatilen Zeiten stärken. BASF produziert für lokale Märkte direkt vor Ort und erzielt in den USA über 80 Prozent seines Umsatzes mit lokal gefertigten Produkten. In Asien und Europa sind ähnliche Erfolgsquoten zu verzeichnen, wobei die tatsächlichen Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die globale Nachfrage schwer vorherzusagen sind.
Besonders im Fokus von BASF steht der asiatische Markt, den Kamieth als zentralen Wachstumstreiber der Chemiebranche beschreibt. Mit einer neuen Großanlage in Zhanjiang, einer strategischen Investition in der südchinesischen Provinz Guangdong, plant der Konzern, seine Präsenz in China zu erweitern und an der dynamischen Marktentwicklung teilzunehmen. Trotz der Kritik, die BASF für ihre Entscheidung, sich potenziell von einem autoritären Regime abhängig zu machen, erhält, bleibt Asien das Hauptaugenmerk der Wachstumspläne. Weitere Märkte wie Indien, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam sollen ebenfalls entscheidend zu BASFs Zukunft beitragen.
In Europa und Nordamerika hingegen prognostiziert BASF ein verhaltenes Wachstum der chemischen Industrie. Der Chemieriese fokussiert sich hier vor allem auf die Auslastung bestehender Kapazitäten. Auch vor dem Hintergrund schwacher Umsätze und Gewinne im ersten Quartal hält der Konzern an seinen ehrgeizigen Sparzielen fest. Mit geplanten Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro jährlich bis 2026 will BASF seine Wettbewerbsfähigkeit sichern. An der Hauptversammlung wurde zudem eine reduzierte Dividende von 2,25 Euro je Aktie beschlossen, was dem verschärften Sparkurs geschuldet ist.
Insgesamt bekräftigte das Management seine Prognosen für das Jahr 2025, ohne jedoch detaillierte Umsatz- oder Gewinnprognosen nach Steuern abzugeben. Die Frage, ob zukünftige Hauptversammlungen in Präsenz oder virtuell stattfinden werden, bleibt dagegen offen und wird von Jahr zu Jahr entschieden.

