Bargeld bleibt – Koalitionsvertrag stellt Weichen für digitale Zahlungsoptionen
Eine im Sommer 2024 veröffentlichte Umfrage der Bundesbank belegt, dass 51 Prozent der Zahlvorgänge in Deutschland 2023 noch bar abgewickelt wurden. Der Abwärtstrend beim Bargeld hält an, doch die Debatte über dessen angebliche Abschaffung schlägt weiterhin hohe Wellen.
Gerade Rechtspopulisten befeuern in sozialen Medien Ängste vor einem möglichen Bargeldverbot, um Bedenken hinsichtlich staatlicher Überwachung durch digitale Zahlungen zu schüren. Im Mittelpunkt der aktuellen Gerüchte steht der neue Koalitionsvertrag des anstehenden Regierungsbündnisses aus CDU, CSU und SPD.
Entgegen der kursierenden Behauptungen sieht dieser kein Verbot des Bargelds vor. Vielmehr bestätigt die Pressestelle der CDU auf Anfrage, dass der Vertrag ein klares Bekenntnis zum Bargeld als Zahlungsform beinhaltet.
Die Bürger sollen auch künftig frei wählen können, wie sie ihre alltäglichen Transaktionen abwickeln. Gleichzeitig setzt der Koalitionsvertrag der Schwarz-Roten Regierung darauf, die digitale Zahlungsinfrastruktur auszubauen.
Ein Ziel ist es, dass auch in kleinen Geschäften digitale Zahlungsoptionen schrittweise eingeführt werden sollen. Unterstützung für den Erhalt des Bargelds kommt zudem von der Europäischen Union.
Die Europäische Zentralbank hat jüngst ihre Pläne zur Aktualisierung der Euro-Banknoten mit neuen Motiven bekannt gegeben, ein klares Zeichen dafür, dass Bargeld auch zukünftig eine Rolle spielen wird. Die Bedeutung des Bargelds wird in Artikel 128 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU betont.
Demnach ist es keinem Mitgliedsstaat erlaubt, einseitig auf eine Bargeldeinschränkung hinzuarbeiten. Trotz aller Digitalisierungsbemühungen bleibt Bargeld ein fundamentaler Bestandteil der europäischen Zahlungslandschaft, rechtlich verankert und symbolisch fest in den Köpfen der Bürger verankert.

