Bank of Japan setzt Stabilität auf die Agenda, öffnet sich aber für Marktrisiken
Die Bank of Japan hat beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu belassen, jedoch einen entscheidenden Schritt hin zur Neuausrichtung ihrer monetären Strategie gemacht, indem sie mit dem Verkauf riskanter Anlagen beginnt. Dies ist Teil ihrer langfristigen Strategie, die Spuren ihres umfangreichen Konjunkturprogramms abzubauen.
Die Entscheidung innerhalb der Zentralbank war nicht einstimmig. Zwei der neun Vorstandsmitglieder sprachen sich erfolglos für eine Anhebung der kurzfristigen Zinsen von 0,5% auf 0,75% aus.
Laut BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda besteht zwar ein gewisses Risiko durch steigende Lebensmittelpreise, doch aktuell wird von einer nur geringen Gefährdung der Kerngeldentwertung ausgegangen. Es wird erwartet, dass die Lebensmittelinflation nachlässt, was momentan keine großen Auswirkungen auf die Gesamtinflation haben dürfte. Allerdings erkennt Ueda auch die Möglichkeit, dass anhaltend hohe Nahrungsmittelpreise die Konsumnachfrage in anderen Bereichen dämpfen könnten.
Die Entscheidung über eine mögliche Zinserhöhung hängt in erster Linie davon ab, wie stark sich US-Zölle auf die japanische Wirtschaft auswirken und ob die Lebensmittelpreise stabil bleiben. Der Einfluss der Zölle auf die Exporte und Gewinne von Unternehmen ist spürbar, bleibt jedoch derzeit moderat. Ueda hält fest, dass die japanische Wirtschaft vorerst stabil bleibt und sich die Inflation allmählich in Richtung der angestrebten 2%-Marke bewegt.
Trotz einer gewissen Schwächung der US-Wirtschaft, die durch die jüngsten Handelshemmnisse hervorgerufen wurde, zeigt sich die Wirkung der Zölle auf Japan momentan begrenzt. Die Bank bleibt bei ihrer Prognose, dass die zugrunde liegende Inflation in absehbarer Zeit Fahrt aufnehmen wird, auch wenn weiterhin starke Unsicherheiten bestehen.
Sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern und die Inflation steigen, plant die Bank eine vorsichtige Anhebung der Zinsen. In der Zwischenzeit wird sie die Auswirkungen der globalen Handelspolitik genau beobachten, um ihre geldpolitischen Entscheidungen daran anzupassen.

