Bank of England plant Entbürokratisierung des Finanzsektors
Die Bank of England zeigt sich entschlossen, den regulatorischen Ballast im Finanzsektor deutlich zu reduzieren und eine risikofreudigere Finanzwelt zu ermöglichen. Sam Woods, Leiter der Prudential Regulation Authority (PRA), einer Einheit der Bank, die das Finanzsystem überwacht, erklärte, dass die Flut von Vorschriften seit der Finanzkrise 'überzogen' sei.
Ziel sei es, die Anforderungen zu vereinfachen, die Unternehmen derzeit lähmen. Woods sprach vor dem Ausschuss für Finanzmarktregulierung des House of Lords und betonte, dass die vergangene Periode von intensiver Regulierung nun zu einem Ende kommen müsse.
Der Brexit habe Großbritannien mehr Kontrolle über seine Regeln gegeben, was eine kritische Reflexion über die in den letzten 10 bis 15 Jahren geschaffenen Strukturen ermöglicht. In vielen Fällen sei der Regulierungsrahmen zu komplex geworden.
Diese Entwicklungen geschehen parallel zu den Bemühungen von Rachel Reeves und Sir Keir Starmer, Pensionsfonds dazu zu bewegen, mehr Risiken einzugehen und verstärkt in britische Unternehmen und Infrastruktur zu investieren. Dies soll das Wirtschaftswachstum ankurbeln, die Lebensstandards verbessern und die öffentlichen Finanzen stärken.
Interessanterweise steht Woods mit seiner Begeisterung für Deregulierung im Gegensatz zu Nikhil Rathi, dem Chef der Financial Conduct Authority. Rathi warnte letzten Monat, dass die Lockerung von Verbraucherschutzbestimmungen dazu führen könnte, dass über die Zeit mehr Probleme auftreten.
Dennoch sei dies notwendig, um die Risikobereitschaft der Wirtschaft zu fördern. Die Bank of England hat bereits Regeländerungen vorgenommen, die es Bankern ermöglichen, größere Boni zu erhalten.
Diese Maßnahmen sollen Großbritannien zu einem wettbewerbsfähigeren Standort machen. Woods erklärte, dass die drastische Verkürzung der Sperrfristen für Banker-Zahlungen die Attraktivität Londons als internationales Finanzzentrum steigern werde.
Zusätzlich schlug Woods vor, Versicherern die Möglichkeit zu geben, in eine breitere Palette von Vermögenswerten zu investieren, ohne zuvor die Genehmigung der Bank einholen zu müssen.

