Bank of America bündelt Milliardenbudget für KI – neuer Technologiechef plant schnellen Rollout spezialisierter Anwendungen
Bank of America setzt künftig noch stärker auf künstliche Intelligenz. Von ihrem 13-Mrd.-Dollar-Technologiebudget für 2025 fließen 4 Mrd. Dollar direkt in KI-Entwicklung, wie der neue Chief Technology and Information Officer Hari Gopalkrishnan erklärte. Er kündigte an, in den kommenden Monaten eine „konstante Welle“ neuer Anwendungen zu veröffentlichen – von personalisierten Kundeninformationen bis zu produktivitätssteigernden Tools für Mitarbeiter.
Ein zentraler Fokus liegt dabei auf maßgeschneiderten Funktionen. „Ich will etwas, das spezifisch für mich ist – nicht ein generisches Angebot“, sagte Gopalkrishnan. Bereits heute ermöglicht die App Warnhinweise, etwa wenn ein Abonnement ungewöhnlich hoch belastet. Zukünftig sollen solche Dienste präziser und stärker personalisiert werden.
Bank of America gehört zu den aggressivsten Akteuren im globalen Wettbewerb um KI-Anwendungen im Finanzsektor. Das Institut hat rund 1.400 Patente eingereicht, von denen über die Hälfte bereits erteilt wurden. Der Chatbot „Erica“ verzeichnete seit seiner Einführung 2018 mehr als drei Milliarden Interaktionen, während die interne Version inzwischen von über 90 Prozent der 213.000 Mitarbeiter genutzt wird.
Das Haus experimentiert längst auch mit spezialisierteren Lösungen. So erstellt ein KI-Tool im Corporate Banking Entwürfe für Kundendossiers, die Bankern zuvor Stunden an Vorarbeit abverlangten. Für die Vermögensverwaltung wurden die Chatbots „ask MERRILL“ und „ask PRIVATE BANK“ entwickelt, die Berater bei der Identifikation relevanter Investmentchancen unterstützen.
Gopalkrishnan, seit 14 Jahren bei der Bank und seit Juli Nachfolger von Aditya Bhasin, betont jedoch die Notwendigkeit pragmatischer Entwicklung: „GPUs sind teuer, Cloud-Ressourcen sind nicht billig – wir müssen umsichtig bauen.“ Fehlentwicklungen will er frühzeitig korrigieren, wie beim Versuch, Sprachsteuerung in „Erica“ zu integrieren, den Kunden ablehnten.
Trotz solcher Kurskorrekturen bleibt der Anspruch hoch: Fast monatlich sollen neue Use Cases live gehen. „Die Dynamik ist da, und wir haben die Mittel, um sie weiter zu beschleunigen“, sagte Gopalkrishnan.


