Bahnverkehr im Chaos: Brandanschläge auf der Nord-Süd-Trasse
Ein erneuter Brandanschlag hat die wichtige Nord-Süd-Bahnstrecke der Deutschen Bahn in Düsseldorf erschüttert und die bereits angespannte Lage weiter verschärft. Der jüngste Vorfall zeigt auffällige Parallelen zu einem früher entdeckten Anschlag, bei dem ebenfalls erheblicher Schaden entstanden war. Die Polizei Düsseldorf vermutet Sabotage als Ursache und ermittelt inzwischen unter Mitwirkung des Staatsschutzes. Ein auf 'Indymedia' veröffentlichtes Bekennerschreiben einer Gruppierung namens 'Kommando Angry Birds' wird derzeit auf seine Authentizität geprüft.
Die Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf, eine Schlüsselknotenpunkt des deutschen Bahnverkehrs, ist mit täglich über 620 Zügen stark frequentiert. Die vorsätzlich gelegten Feuer führten zu weitreichenden Störungen, insbesondere im Fernverkehr. Unbekannte Täter hatten eine Zündvorrichtung in einem Kabeltunnel platziert, wie ein aufmerksamer Lokführer am Donnerstag feststellte. Eine weitere Brandstelle wurde am Freitag in geringer Entfernung entdeckt, was die Ermittler zu der Annahme bewegt, dass beide Taten synchron durchgeführt wurden.
Die Deutsche Bahn hat zur Schadensbegrenzung einen Pendelbus-Service eingerichtet und den Fernverkehr umgeleitet. Bauarbeiten an einer alternativen Gütertrasse in Duisburg-Wedau wurden ebenfalls kurzfristig unterbrochen, um Ausweichmöglichkeiten für den stark befahrenen Streckenabschnitt zu schaffen. Dennoch kam es in den Hauptbahnhöfen von Duisburg und Düsseldorf zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen, da viele Reisende im Chaos strandeten.
Insbesondere die ICE-Strecken nach Berlin und Frankfurt sind betroffen, ebenso Reisemöglichkeiten in Richtung Nord- und Süddeutschland sowie in die Niederlande. Auch der Nahverkehr spürt die Auswirkungen: Die S-Bahn-Linie S1 und mehrere Regionallinien sind stark eingeschränkt. Weite Teile des Streckenabschnitts um Duisburg-Großenbaum sind derzeit unpassierbar, was zu Umleitungen und verkürzten Streckenführungen bei den Regionalzügen RE1, RE5, RE6 und RE19 führt. Diese Vorfälle beeinträchtigen somit auch die Zugänglichkeit des Düsseldorfer Flughafens erheblich.

