Autowerte im Fokus: Schwäche bei Mercedes, Aufwind für Volkswagen und Porsche

Im Schatten des DAX standen am Donnerstag besonders die Aktien von Mercedes-Benz, die nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen und einem verhaltenen Ausblick zeitweise stark unter Druck gerieten. Mit einem anfänglichen Minus von über fünf Prozent stabilisierten sich die Papiere des Premium-Autobauers erst bei einem Kurs von 57,11 Euro und einem geringeren Verlust von 1,5 Prozent. Ein Lichtblick für die übrigen deutschen Automobilkonzerne: Während BMW ebenfalls eine Belastung von bis zu 2,8 Prozent verkraften musste, konnte der Rückgang letztlich auf 0,7 Prozent minimiert werden. Volkswagen und die Porsche AG hingegen zeigten sich in einem allgemein stabilen Marktumfeld positiv und überwanden sogar die Gewinnschwelle. Der DAX selbst legte um 1,3 Prozent zu und näherte sich einem Rekordhoch.
Experten von Index-Radar sehen in den Nachrichten von Mercedes-Benz keine Überraschung, da die Branche schon länger mit Herausforderungen wie steigenden Investitionen in Elektromobilität, wachsendem Wettbewerb, insbesondere aus Asien, sowie strukturellen Margenrisiken konfrontiert ist. Diese Kombination belastet die Sicht auf die Zukunftsaussichten nachhaltig. Die technologische Umstellung verschlingt Kapital, während die Branche mit Preisdruck und schwankender Nachfrage kämpft.
Die Ankündigung von Mercedes-Benz, dass der Gewinn in 2025 stark einbrechen werde, sorgte für Aufsehen. Patrick Hummel von der UBS hebt ein "sehr schwaches viertes Quartal" hervor. Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research betonte, dass das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) die Konsensschätzung im Schlussquartal um 29 Prozent verfehlte, trotz besserer Umsatzergebnisse. Die Performance der Pkw-Kernsparte 2022 wurde als unbefriedigend betrachtet, was dem Unternehmen für das neue Jahr nur vorsichtige Ziele beschert. Das obere Ende der Margen-Zielspanne mit 5 Prozent liegt unter den Erwartungen.
Besondere Vorsicht herrscht bezüglich der Geschäfte in China und den USA, wie Analyst Tom Narayan von RBC beobachtet — letzteres auch aufgrund von Zöllen. Die geplante Senkung der Mercedes-Dividende von 4,30 Euro auf 3,50 Euro ab 2025 wurde von Händlern nicht als alarmierend eingestuft. Patrick Hummel von UBS sieht die Auszahlung sowie die Barmittelentwicklung als solide. Philippe Houchois von Jefferies wertet das Cashflow-Ziel für 2026 sogar als "ermutigend" in einem Jahr des Übergangs.

