Ausbau der Sicherheitskooperation mit Estland und Dänemark gefordert
Angesichts der zunehmenden Aktivitäten Russlands im Ostseeraum verfolgt Außenminister Johann Wadephul das Ziel, die Sicherheitszusammenarbeit mit Estland und Dänemark zu intensivieren. Wadephul betont die zentrale Bedeutung der baltischen Sicherheit auch für Deutschland und sieht die Kooperation mit den EU- und Nato-Partnern als unerlässlich an. Insbesondere steht das Thema Sicherheit im Fokus der Gespräche mit den dänischen Nachbarn.
In Tallinn trifft Wadephul seinen estnischen Amtskollegen Margus Tsahkna und Präsident Alar Karis. Parallel dazu sind in Kopenhagen Treffen mit Außenminister Lars Løkke Rasmussen und Europaministerin Marie Bjerre angesetzt. Der Ministerrat in Toulon, an dem Wadephul in den kommenden Tagen teilnehmen wird, unterstreicht seinen vollen Terminkalender.
Die Bedrohung, die von der russischen Präsenz im Ostseeraum ausgeht, sei laut Wadephul besonders spürbar. Aktivitäten wie das Durchtrennen von Kabeln, das Versetzen von Bojen und das Stören von GPS-Signalen verdeutlichen die hybride Kriegsführung Moskaus. Diese Problematik wurde von den baltischen Staaten früh erkannt, wovon die EU und die Nato nun profitieren. Wadephul hebt die Weitsicht und Expertise Estlands als wertvoll hervor und plädiert für eine Vertiefung der Zusammenarbeit.
Ein dringendes Anliegen sei zudem der Schutz der kritischen Infrastruktur in Ost- und Nordsee, ein Thema, das Dänemark aktiv während seines EU-Ratsvorsitzes verfolgt. Nicht nur saubere Strände und sichere Handelsrouten, sondern auch stabile Strom- und Datenleitungen sind von europäischem Interesse. Russland versucht mit Schiffen wie alten Tankern, die wirtschaftlichen Sanktionen zu umgehen, was weitere Herausforderungen mit sich bringt.
Wadephul unterstreicht zudem die Bedeutung des gesellschaftlichen Austauschs als integraler Bestandteil der europäischen Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Dänemark werden Projekte realisiert, die Bürokratie abbauen und administrative Prozesse vereinfachen, um Menschen dies- und jenseits der Grenze näher zusammenzubringen. Diese Errungenschaften sollen weite Kreise ziehen und als Fundament zukünftiger Kooperationen dienen.

