Auftragsboom im Maschinenbau: Ein Zeichen der internationalen Zuversicht
Die deutschen Maschinenbauer können zum Jahresausklang 2025 endlich wieder aufatmen: Trotz schwieriger innerdeutscher Rahmenbedingungen verzeichnet die Schlüsselindustrie ein erfreuliches Auftragsplus dank signifikanter Großaufträge aus dem Ausland. Für den Branchenverband VDMA zeigt sich vor allem der November als herausragend: Die Bestellungen stiegen preisbereinigt um satte sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch wenn das Inlandsgeschäft nach wie vor schwächelt und um neun Prozent zurückging, punkteten die Maschinenbauer auf internationalem Parkett. Der Anstieg der Auslandsbestellungen um 14 Prozent verdeutlicht die wiedergewonnene Attraktivität deutscher Technik: Besonders das Geschäft außerhalb der Eurozone boomt mit einem beeindruckenden Plus von 20 Prozent. Selbst aus dem Euro-Raum vermeldete der VDMA einen leichten Zuwachs von zwei Prozent.
Insgesamt zeigt sich für die ersten elf Monate des Jahres eine Stagnation auf Vorjahresniveau. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, sieht bislang jedoch keine Indikatoren für eine stärkere Wachstumsdynamik im kommenden Jahr.
Vor allem die Inlandsnachfrage erweist sich als schwacher Punkt, weshalb die Verantwortung zur Belebung der Wirtschaft zunehmend auf die Politik fällt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, die Ankurbelung der Wirtschaft zur Priorität zu machen, jedoch fordert der VDMA nun konkrete Maßnahmen. Ein wesentlicher Baustein für den Verband liegt in weitreichenden Reformen: Dringend gefordert werden niedrigere Unternehmenssteuern vonnöten vor 2028, eine weitreichende Rentenreform, Flexibilisierungen des Arbeitsmarktes sowie ein entschlossener Abbau der Bürokratie. Die Maschinenbaubranche, zweitgrößter Industriezweig nach dem Autobau und Arbeitgeber für rund eine Million Menschen, ringt insbesondere mit Konjunkturschwächen im Inland und den hohen US-Zöllen unter Präsident Donald Trump.

