Aufbruch statt Verwalten: Deutschlands Studenten drängen zur Unternehmensgründung
Eine zukunftsorientierte Erkenntnis liefert der aktuelle Bericht des Startup-Verbands: Ein beachtliches Fünftel der Studierenden in Deutschland strebt nach ihrem Abschluss die Gründung eines eigenen Unternehmens an, was das Interesse an Unternehmertum über den öffentlichen Dienst hinaus wachsen lässt. Trotzdem bleibt die Umsetzung hinter den Ambitionen zurück. Deutschland liegt global im Mittelfeld, wenn es um den Gründungsdrang der Jugend geht.
Die Mehrheit der jungen Akademiker zieht die Festanstellung vor, und zwar in markanten 32 Prozent der Fälle. In der Suche nach den Gründen für das nur zögerliche Gründungsverhalten, zeigt der Verband deutliche Mängel im Bildungssystem auf. Die stellvertretende Vorsitzende Kati Ernst betont, wie essenziell es sei, das Unternehmertum als attraktive Option während des Studiums zu etablieren und wesentliche Kompetenzen bereits in der schulischen Ausbildung zu verankern.
In einer eigenen Umfrage, die der Verband durchführte, geben 84 Prozent der gründungsinteressierten Studierenden an, dass sie sich mehr unternehmerisches Wissen in den Schulen gewünscht hätten. Tatsächlich hatten aber gerade einmal 17 Prozent die Gelegenheit, entsprechende Kurse zu besuchen. Laut Startup-Verband verpufft damit erhebliches Potenzial, das bei einer Aktivierung zu einer Explosion der Innovationskraft in Deutschland führen könnte.
Überdurchschnittlich viele der gründungswilligen Studierenden legen großen Wert auf den Lernfaktor und die Bedeutsamkeit ihrer Tätigkeit, während finanzielle Aspekte und jobbezogene Sicherheiten weniger im Vordergrund stehen. Interessanterweise erwarten mehr als die Hälfte der Befragten eine deutlich höhere Arbeitszeit, die mit den Erfahrungswerten etablierter Gründer übereinstimmt.

