Auf und Ab der Salzgitter-Aktie: Optimistische Zeichen, aber konservativer Ausblick

Die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter sorgten jüngst für ein Wechselbad der Gefühle an der Börse. Zunächst erlebten sie einen Rückgang von etwa neun Prozent auf 46,62 Euro, um anschließend um beeindruckende sieben Prozent auf 54,55 Euro zu steigen – den höchsten Stand seit Sommer 2011.
Analyst Dominic O'Kane von der US-Bank JPMorgan hob die überdurchschnittlichen Ergebnisse im letzten Quartal 2025 hervor, warnte jedoch vor den relativierenden Auswirkungen des Ausblicks auf 2026. Diese Prognose impliziert ein beachtliches Risiko eines Rückgangs der Konsensschätzungen um rund 20 Prozent, und selbst O'Kanes eigene, pessimistische Schätzung des operativen Ergebnisses 2026 wurde um 16 Prozent unterboten.
Obwohl die Prognose als "konservativ" bezeichnet wird, erwartet O'Kane vom Salzgitter-Management, spätestens zur detailreichen Veröffentlichung der Jahreszahlen im März 2026, eine Begründung zu liefern. Diese sollte erklären, warum man trotz höherer Stahlpreise zur Jahresmitte lediglich ein EBITDA von 500 bis 600 Millionen Euro erwartet, während das bereits annualisierte EBITDA zum Quartalsende 2025 bei 608 Millionen Euro liegt. Entsprechend bleibt Salzgitter seine einzige Empfehlung mit "Underweight" unter den europäischen Kohlenstoffstahlaktien.
Ein Händler bemerkte ebenfalls die unter den Erwartungen liegende Prognose für 2026 und warnte vor einer möglicherweise zu konservativen Einschätzung angesichts stagnierender Impulse durch öffentliche Investitionsprogramme. Dennoch bietet die zukünftige volle Kontrolle über die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) und die infrastrukturellen Perspektiven, die Andreas Lipkow als "Mutmacher" bezeichnete, Anlass zur Hoffnung auf eine positive Geschäftsentwicklung.

