Auf frischer Mission: Kanzler Merz bei Präsident Erdogan in Ankara
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz mit allen militärischen Ehren in seiner Hauptstadt willkommen geheißen. Im Zentrum des Staatsbesuchs stand ein intensiver Austausch hinter verschlossenen Türen im Präsidentenpalast. Im Fokus der Gespräche zwischen den beiden Staatsmännern standen die Bemühungen um Frieden im Gazastreifen, der fortlaufende Krieg in der Ukraine sowie die Zusammenarbeit im Bereich der Rüstung. Ein weiteres bedeutendes Thema war die zukünftige Regelung der Rückführung von Migranten in die Türkei und nach Syrien.
Merz verfolgt dabei das ambitionierte Ziel, die über Jahre hinweg strapazierten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei auf ein neues Level einer strategischen Partnerschaft zu heben. Der Zeitpunkt des Treffens ist dabei nicht zufällig: Der Kanzlerbesuch fällt auf den Jahrestag der Festnahme eines Bürgermeisters der oppositionellen CHP in Istanbul. Diese Festnahme wird allgemein als Auftakt einer juristischen Offensive gegen Kritiker angesehen. Menschenrechtsorganisationen hatten im Vorfeld erwartet, dass Merz das Thema der Repressionen gegenüber der Opposition in seinen Gesprächen mit Erdogan zur Sprache bringt.

