Auf Expresso-Kurs: Starbucks beschleunigt Personalmodell-Rollout
Starbucks-CEO Brian Niccol hat angekündigt, die Implementierung des neuen Personal- und Servicemodells der Kaffeekette zu beschleunigen. Statt des bisherigen Plans, bis Ende des Jahres ein Drittel der US-Filialen damit auszustatten, sollen nun alle 18.000 nordamerikanischen Standorte bis zum Ende des Sommers umrüsten. Niccol betrachtet dieses Modell als zentralen Bestandteil seiner Strategie zur Neubelebung des Unternehmens, indem er auf eine verbesserte Kundenerfahrung in den Filialen setzt, um das zuletzt ins Stocken geratene Umsatzwachstum wieder anzukurbeln.
Erste Testläufe des sogenannten "Green Apron"-Modells haben laut Niccol bereits zu schnelleren Bedienzeiten und gesteigerten Verkaufszahlen geführt. Die Maßnahmen umfassen technologische Verbesserungen zur effizienteren Abwicklung von Bestellungen und einen speziellen Barista für Drive-through-Orders. Ursprünglich wurde das Konzept in 700 Filialen eingeführt, und während der Quartalsbilanz am 29. April gab Niccol bekannt, bis Jahresende ein Drittel der US-Filialen damit ausstatten zu wollen.
Seit seinem Amtsantritt im September konzentriert sich Niccol darauf, Starbucks zu seinen Kaffeehauswurzeln zurückzuführen und den Fokus weg von mobilen und To-Go-Bestellungen hin zur In-Store Experience zu lenken. Ziel ist es, die Bestellzeiten der Kunden auf unter vier Minuten zu reduzieren. Finanzielle Details zur Einführung des "Green Apron"-Modells wollte Niccol nicht nennen, kündigte jedoch an, dass im Jahr 2026 ein Investorentag stattfinden soll.
Währenddessen bleiben Analysten und Investoren hinsichtlich der Umsetzungsdauer skeptisch. Die Aktie von Starbucks ist in den letzten fünf Jahren um 11% gestiegen, während der S&P 500 um 88% zulegen konnte. So hat TD Cowen kürzlich die Bewertung von Starbucks von "kaufen" auf "halten" gesenkt, da sie meinen, dass die Turnaround-Maßnahmen länger als erwartet dauern könnten.
Niccol betonte, dass die Transformation Zeit in Anspruch nehmen werde und die Auswirkungen auf den Gewinn nur vorübergehend seien. Er wolle nicht ausschließlich durch Kostensenkungen kurzfristig punkten. Während Starbucks in Personal und andere Bereiche investiert, werde er aufmerksam dort sparen, wo es nicht dem "Back to Starbucks"-Programm dient.

